St. Barbara-Hospital Gladbeck setzt auf autonome Laborrobotik
KERN-Verbund startet Pilotprojekt mit KI-gestützten Laborprozessen
Mit dem Einsatz autonomer Laborroboter geht die KERN Katholische Einrichtungen Ruhrgebiet Nord GmbH am St. Barbara-Hospital Gladbeck einen neuen Weg in der Labororganisation. Wie das Unternehmen mitteilt, wurden erstmals zwei Robotersysteme des Herstellers United Robotics Group in den klinischen Routinebetrieb integriert. Damit übernimmt der Standort nach eigenen Angaben eine Vorreiterrolle in der Region.
Die beiden Systeme mit der Bezeichnung „uLab Mobile“ sind speziell für den Einsatz in Krankenhauslaboren entwickelt worden. Intern tragen sie die Namen „Barbara“ und „KERNi“. Sie übernehmen automatisiert zentrale Prozessschritte – von der Probenannahme über die Analyse bis hin zur Ergebnisbereitstellung. Ein System ist mobil und navigiert selbstständig zwischen verschiedenen Arbeitsstationen.
Zunächst erfolgt der Einsatz im Tagdienst in enger Zusammenarbeit mit den medizinisch-technischen Laborassistentinnen und -assistenten (MTLA). Perspektivisch sollen die Roboter jedoch auch Nacht- und Wochenendschichten weitgehend eigenständig abdecken. Aktuell werden sie entsprechend trainiert. Trotz der hohen Automatisierung bleibt eine abschließende menschliche Kontrolle der Ergebnisse vorgesehen.
Nach Angaben der Geschäftsführung verfolgt der KERN-Verbund mit dem Robotikeinsatz mehrere Ziele. Prozesse sollen planbarer, stabiler und effizienter gestaltet werden. Gleichzeitig reagiert das Unternehmen auf den zunehmenden Fachkräftemangel im Laborbereich. Die Robotik soll demnach keine Beschäftigten ersetzen, sondern bestehende Personalengpässe kompensieren und Fachkräfte gezielt entlasten.
Auch aus Sicht der Laborleitung liegt der Mehrwert vor allem in der Entlastung von Routineaufgaben. Dadurch könnten sich qualifizierte Mitarbeitende stärker auf die fachliche Bewertung und Qualitätssicherung konzentrieren.
Der Start des Projekts erfolgt bewusst schrittweise. Zunächst ist ein hybrider Betrieb vorgesehen, bei dem weiterhin Personal im Labor anwesend ist. Eine vollständig autonome Arbeitsweise wird erst in einer späteren Ausbaustufe angestrebt. Die Auswertung der Laborergebnisse kann perspektivisch auch standortübergreifend erfolgen, etwa im Zentrallabor des Verbunds am Marienhospital Gelsenkirchen.
Parallel zum operativen Einsatz wurde eine strategische Partnerschaft zwischen der KERN GmbH und der United Robotics Group vereinbart. Ziel ist die gemeinsame Weiterentwicklung robotischer Systeme für den Klinikalltag unter besonderer Berücksichtigung von Künstlicher Intelligenz und menschenzentrierten Einsatzkonzepten.





