RHÖN-KLINIKUM steigert Gewinn auf 32,7 Millionen Euro

Umsatz und Patientenzahlen wachsen in den ersten neun Monaten 2026 – Rechnungszuschlag trägt zur Ergebnisverbesserung bei

Die RHÖN-KLINIKUM AG hat in den ersten neun Monaten 2026 Umsatz, Patientenzahlen und Ergebnis gesteigert. Der Konzernumsatz erhöhte sich auf 1,304 Milliarden Euro, während das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) auf 83,9 Millionen Euro stieg. Der Konzerngewinn erreichte 32,7 Millionen Euro. Die Ergebnisentwicklung wurde nach Unternehmensangaben allerdings auch durch den inzwischen ausgelaufenen Rechnungszuschlag von 3,25 Prozent begünstigt.

Nach den am 5. November 2026 veröffentlichten Geschäftszahlen behandelte die RHÖN-KLINIKUM AG von Januar bis September insgesamt 764.248 Patientinnen und Patienten ambulant und stationär. Im Vorjahreszeitraum waren es 705.830 gewesen. Dies entspricht einem Anstieg um 8,3 Prozent. Der Konzernumsatz erhöhte sich von 1.262,1 auf 1.303,8 Millionen Euro. Das EBITDA verbesserte sich gegenüber dem Vorjahr von 71,8 auf 83,9 Millionen Euro und lag damit rund 17 Prozent höher.

Auch der Konzerngewinn entwickelte sich positiv. Er stieg von 25,1 auf 32,7 Millionen Euro.

Als wesentliche Gründe nennt das Unternehmen eine höhere Auslastung seiner Krankenhäuser und Medizinischen Versorgungszentren sowie steigende Patientenzahlen, insbesondere im ambulanten Bereich.

Rechnungszuschlag beeinflusst operatives Ergebnis

Die Ergebnisverbesserung ist nach Angaben des Konzerns auch auf den Rechnungszuschlag von 3,25 Prozent auf Krankenhausleistungen zurückzuführen. Dieser wurde bis Oktober 2026 in den sonstigen betrieblichen Erträgen erfasst und sollte die in den vergangenen Jahren gestiegenen Personal- und Sachkosten teilweise ausgleichen. Mit dem Auslaufen des Zuschlags zum 31. Oktober 2026 entfällt künftig ein positiver Ergebnisbeitrag.

Bereits zum ersten Quartal 2026 hatte medconweb über die positive Geschäftsentwicklung des Konzerns und die gleichzeitig bestehenden gesundheitspolitischen Unsicherheiten berichtet. (1)

Investitionen in Marburg und Frankfurt (Oder)

Ungeachtet der regulatorischen Unsicherheiten setzt RHÖN-KLINIKUM seine Investitionen in moderne Medizintechnik fort.

Am Universitätsklinikum Marburg wurde ein neuer Photon-Counting-Computertomograph in Betrieb genommen. Nach Unternehmensangaben verfügt die RHÖN-KLINIKUM AG damit konzernweit über vier Geräte dieser Technologie.

Am Klinikum Frankfurt (Oder) wurde zudem ein neuer Hybrid-Operationssaal eingerichtet. Mit der Investition soll das medizinische Behandlungsspektrum des Maximalversorgers erweitert und die interdisziplinäre Zusammenarbeit gestärkt werden.

Die Eigenkapitalquote des Konzerns beträgt nach den aktuellen Angaben 74,7 Prozent.

RHÖN-KLINIKUM gehört zum Asklepios-Konzern. Im August hatte Asklepios angekündigt, die verbliebenen Minderheitsaktionäre im Rahmen eines aktienrechtlichen Squeeze-out ausschließen zu wollen. (2)

Jahresprognose trotz Reformunsicherheiten bestätigt

Für das Gesamtjahr 2026 rechnet RHÖN-KLINIKUM weiterhin mit einem Konzernumsatz von rund 1,7 Milliarden Euro, bei einer Schwankungsbreite von jeweils fünf Prozent. Das EBITDA soll zwischen 110 und 125 Millionen Euro liegen.

Bei den Patientenzahlen und Bewertungsrelationen erwartet der Konzern eine moderate Steigerung gegenüber dem Vorjahr.

Gleichzeitig verweist das Unternehmen auf erhebliche Unsicherheiten durch die Krankenhausreform und die gesetzlichen Maßnahmen zur Stabilisierung der GKV-Beiträge. Die damit verbundenen finanziellen Auswirkungen auf die Krankenhäuser könnten derzeit nicht vollständig abgeschätzt werden.

Die RHÖN-KLINIKUM AG betreibt fünf Krankenhausstandorte und beschäftigt konzernweit mehr als 19.100 Mitarbeitende.