Asklepios plant vollständige Übernahme der RHÖN-KLINIKUM AG

Squeeze-out soll Konzernstruktur vereinfachen und Steuerungsprozesse harmonisieren

Die Asklepios Kliniken GmbH & Co. KGaA plant die vollständige Integration der RHÖN-KLINIKUM AG in den Asklepios-Konzern. Wie Asklepios mitteilte, hat der Mehrheitsaktionär ein Verlangen auf Durchführung eines aktienrechtlichen Squeeze-out nach §§ 327a ff. AktG gestellt. Die Minderheitsaktionäre sollen ihre Aktien gegen eine angemessene Barabfindung an Asklepios übertragen.

Asklepios will RHÖN vollständig integrieren

Asklepios ist bereits seit 2020 Mehrheitsaktionär der RHÖN-KLINIKUM AG. Die Zusammenarbeit zwischen beiden Unternehmen wurde nach Angaben des Konzerns in den vergangenen Jahren kontinuierlich ausgebaut. Mit dem nun eingeleiteten Squeeze-out soll die bisherige Beteiligungsstruktur vollständig beendet und RHÖN in den Asklepios-Konzern integriert werden. Für die Umsetzung muss die Hauptversammlung der RHÖN-KLINIKUM AG über die Übertragung der von Minderheitsaktionären gehaltenen Aktien auf Asklepios beschließen. Voraussetzung für die Wirksamkeit des Squeeze-out ist anschließend die Eintragung des Hauptversammlungsbeschlusses in das Handelsregister.

Asklepios begründet den Schritt vor allem mit einer Vereinfachung der Gruppenstruktur. Entscheidungs-, Steuerungs- und Governance-Prozesse sollen innerhalb des Konzerns stärker harmonisiert werden. Dadurch sollen die Voraussetzungen für eine engere Zusammenarbeit zwischen den Gesellschaften verbessert werden.

Börsennotierung verursacht zusätzlichen Verwaltungsaufwand

Neben strategischen Erwägungen spielt auch die Kosten- und Verwaltungsstruktur eine Rolle. Nach Angaben von Asklepios sollen mit dem vollständigen Erwerb der RHÖN-Aktien laufende Kosten sowie administrative Pflichten im Zusammenhang mit der Börsennotierung reduziert werden. Die RHÖN-KLINIKUM AG könnte sich damit künftig vollständig auf ihr operatives Geschäft innerhalb der Asklepios-Gruppe konzentrieren. Aus Sicht des Konzerns soll die vereinfachte Struktur zudem eine effizientere Steuerung und langfristige Weiterentwicklung der Krankenhausstandorte ermöglichen.

Der Schritt ist zugleich ein weiterer Baustein in der Entwicklung der deutschen Krankenhauslandschaft, in der sich Trägerstrukturen und Konzernzugehörigkeiten zunehmend verändern. Größere Krankenhausgruppen versuchen, Strukturen zu bündeln und Steuerungsprozesse über mehrere Standorte hinweg zu vereinheitlichen.

Keine unmittelbaren Änderungen für Kliniken und Beschäftigte

Auf die operative Führung der RHÖN-KLINIKUM AG soll sich der geplante Squeeze-out zunächst nicht auswirken. Asklepios betont ausdrücklich, dass die strategische Ausrichtung und operative Führung des Unternehmens durch den aktienrechtlichen Vorgang unverändert bleiben sollen.

Für Patientinnen und Patienten, Beschäftigte und die einzelnen Klinikstandorte seien keine unmittelbaren Auswirkungen zu erwarten. Der Squeeze-out betrifft zunächst die gesellschafts- und kapitalrechtliche Struktur des Unternehmens.

Für das Klinikmanagement ist dennoch relevant, welche strategischen Möglichkeiten sich aus der vollständigen Integration langfristig ergeben. Eine engere konzerninterne Steuerung kann insbesondere bei Einkauf, IT, Verwaltung, Investitionsplanung und weiteren Querschnittsbereichen zu einer stärkeren Standardisierung führen.

Vollzug erst nach Hauptversammlungsbeschluss

Der geplante Squeeze-out ist noch nicht abgeschlossen. Zunächst muss die Hauptversammlung der RHÖN-KLINIKUM AG über die Übertragung der Minderheitsaktien entscheiden. Erst mit der anschließenden Eintragung des Beschlusses in das Handelsregister wird die Maßnahme wirksam.

Über die weiteren Schritte und den Zeitplan will die RHÖN-KLINIKUM AG entsprechend den gesetzlichen Vorgaben informieren. Damit beginnt nun das formale Verfahren zur vollständigen Eingliederung des bislang börsennotierten Unternehmens in den Asklepios-Konzern.

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