Pflegekompetenz stärken: Klinikum Minden startet strukturiertes Einstiegsprogramm
„PfleKom“ soll Wiedereinstieg erleichtern und Fachkräfte langfristig binden
Mit einem neuen Qualifizierungsangebot reagiert das Johannes Wesling Klinikum Minden auf Herausforderungen beim Einstieg und Wiedereinstieg in die Pflege. Das Programm „PfleKom – Pflegerischer Kompetenzaufbau für Normalstationen“ richtet sich gezielt an Berufsanfängerinnen und -anfänger, Wiedereinsteiger sowie Pflegefachpersonen mit Qualifizierungsbedarf und soll deren Integration in den Klinikalltag strukturiert unterstützen.
Nach Angaben des Klinikums verfolgt das neunmonatige Programm das Ziel, fachliche Kompetenzen zu stärken, praktische Sicherheit zu vermitteln und gleichzeitig eine langfristige berufliche Perspektive innerhalb des Hauses zu eröffnen. Hintergrund ist die Beobachtung, dass insbesondere nach Ausbildungsabschluss oder längeren beruflichen Pausen Unsicherheiten im praktischen Alltag auftreten können. Pflegedirektor Bernd Mühlenbruch verweist darauf, dass fehlende Routine und begrenzte Einblicke in komplexe Abläufe häufig eine Hürde darstellen.
Das Programm ist modular aufgebaut und gliedert sich in drei jeweils dreimonatige Phasen. Teilnehmende durchlaufen verschiedene Fachbereiche und kombinieren diese mit einem individuell gewählten Einsatz auf Normalstationen. Dadurch entsteht eine Verbindung aus breiter pflegerischer Grundqualifikation und persönlicher Schwerpunktsetzung. Am Ende des Programms erfolgt in Abstimmung die Festlegung des zukünftigen Einsatzbereichs im stationären Setting.
Inhaltlich basiert „PfleKom“ auf einem dreigliedrigen Konzept aus Theorietagen, Hospitationen und einem strukturierten Mentoring. Die Theorietage decken zentrale pflegerische Querschnittsthemen ab, darunter aktivierende Pflege, Atemtherapie, Wund- und Stomaversorgung, Schmerz- und Medikationsmanagement sowie Kommunikation mit schwer erkrankten Patientinnen und Patienten. Ergänzt wird dies durch Hospitationen in verschiedenen Fachbereichen, um Abläufe und Spezifika kennenzulernen. Ein verbindliches Mentoring-System mit regelmäßigen Feedbackgesprächen soll die individuelle Entwicklung begleiten und eine kontinuierliche Rückkopplung ermöglichen.
Aus Sicht der Klinikleitung ist das Programm auch strategisch relevant für die Personalbindung und die Attraktivität des Pflegeberufs. Pflegedienstleiterin Sarah Monique Piterek betont, dass insbesondere die Normalstationen als anspruchsvolle und zugleich entwicklungsstarke Arbeitsbereiche gestärkt werden sollen. Gleichzeitig fördere das Programm die Vernetzung im Team sowie die Qualität im pflegerischen Alltag.
Im Kontext des anhaltenden Fachkräftemangels und steigender Anforderungen an die Pflege gewinnt die strukturierte Qualifizierung und Integration von Personal zunehmend an Bedeutung. Programme wie „PfleKom“ können dazu beitragen, Einstiegshürden zu reduzieren und langfristig die Versorgungsqualität in Krankenhäusern zu sichern.




