MATERNUS-Kliniken AG: Restrukturierung & Ausblick 2026

Portfolio-Bereinigung soll die Wende bringen

Nach einem durch Einmaleffekte und Schließungskosten belasteten Geschäftsjahr 2025 setzt die MATERNUS-Kliniken AG im Jahr 2026 auf eine konsequente Konsolidierung. Durch die Aufgabe defizitärer Standorte und eine Reduktion der Personalkosten strebt der Konzern eine signifikante Verbesserung des operativen Ergebnisses an.

Die MATERNUS-Kliniken AG hat am 30. April 2026 ihren Geschäftsbericht für das vergangene Jahr vorgelegt und gleichzeitig einen Ausblick auf die laufende Restrukturierung gegeben. Das Jahr 2025 war für den Berliner Gesundheitskonzern von Licht und Schatten geprägt: Während die Umsatzerlöse dank erfolgreich verhandelter Pflegesätze leicht auf 118,0 Millionen Euro stiegen (Vorjahr: 114,0 Mio. €), blieb das Unternehmen deutlich hinter seinem ursprünglichen Ziel von über 131 Millionen Euro zurück. Hauptverantwortlich hierfür war eine hinter den Erwartungen zurückbleibende Auslastungsentwicklung in beiden Kernsegmenten sowie der anhaltende Fachkräftemangel.

Das operative Ergebnis (EBITDA) brach im Jahr 2025 auf 3,9 Millionen Euro ein, nachdem im Vorjahr noch 10,3 Millionen Euro erzielt worden waren. Neben gestiegenen Personalkosten, die infolge gesetzlicher Lohnsteigerungen auf 80,8 Millionen Euro kletterten, belasteten vor allem Einmaleffekte das Ergebnis. Rückstellungen für die Schließung der Bayerwald-Klinik in Cham sowie die Aufgabe unrentabler Angebote im Pflegesegment trieben die sonstigen betrieblichen Aufwendungen in die Höhe. Unter dem Strich verzeichnete MATERNUS ein Konzernergebnis nach Steuern (EAT) von minus 13,9 Millionen Euro.

Für das laufende Geschäftsjahr 2026 hat der Vorstand eine „strategische Bereinigung“ eingeleitet. Das Ziel ist klar: Weg von verlustbringenden Strukturen hin zu einem profitablen Kern. Dieser Prozess umfasst schmerzhafte, aber laut Management notwendige Schritte:

Segment Rehabilitation: Die Bayerwald-Klinik in Cham wurde zum April 2026 geschlossen. Damit konzentriert sich die Sparte ab Mai 2026 vollständig auf die Klinik in Bad Oeynhausen. Dort soll unter anderem eine neue Begleittierstation für zusätzliche Impulse sorgen.
Segment Pflege: In Pelm wurde der ambulante Pflegedienst Eifel eingestellt, zudem trennte sich das Unternehmen von defizitären Wohngruppen in Köln. Mitte des Jahres folgt die Rückgabe des Seniorencentrums in Stadtoldendorf.

Durch diese Maßnahmen erwartet der Vorstand eine jährliche Liquiditätsverbesserung von rund 4 Millionen Euro. Diese Effekte sollen sich bereits im laufenden Jahr zeitanteilig bemerkbar machen und 2027 ihr volles Potenzial entfalten.

Personelle Konsolidierung und Ausblick

Ein zentraler Hebel für die geplante Ergebnisverbesserung ist die Reduktion der Personalkosten. Durch die Standortschließungen sollen diese im Jahr 2026 auf voraussichtlich 73 Millionen Euro sinken. Gleichzeitig will MATERNUS die Abhängigkeit von teurem Fremdpersonal weiter minimieren und durch gezielte Fachkraftgewinnung die Auslastung in den verbleibenden 15 Pflegeeinrichtungen steigern.

Trotz der Verkleinerung des Portfolios prognostiziert der Vorstand für 2026 ein leichtes Umsatzwachstum auf ca. 118,8 Millionen Euro und eine Rückkehr zu einem deutlich verbesserten Konzern-EBITDA von rund 10,4 Millionen Euro. Die MATERNUS-Kliniken AG, die seit 2007 zur CURA-Unternehmensgruppe gehört, setzt somit alles daran, nach den Turbulenzen des Vorjahres wieder in die Gewinnzone zurückzukehren.

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