LWL bündelt Forensik Lünen und Dortmund unter neuer Klinikleitung
Neue Lippeklinik Lünen und Wilfried-Rasch-Klinik bilden gemeinsames Zentrum für Forensische Psychiatrie Dortmund-Lünen
Wie der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) berichtet, werden die künftige Lippeklinik Lünen und die bestehende Wilfried-Rasch-Klinik in Dortmund künftig unter einer gemeinsamen Klinikleitung als „LWL-Zentrum für Forensische Psychiatrie Dortmund-Lünen“ geführt. Die Neuorganisation soll fachliche Synergien, eine bessere Steuerung von Belegung und Personal sowie eine stärkere Vernetzung der beiden Standorte ermöglichen.
Zwei Standorte unter einer gemeinsamen Führungsstruktur
Die Landschaftsversammlung des LWL hat die zukünftige Struktur der forensisch-psychiatrischen Versorgung im Raum Dortmund und Lünen beschlossen. Der neue Standort in Lünen wird den Namen Lippeklinik Lünen tragen. Die bereits bestehende Wilfried-Rasch-Klinik Dortmund behält ihren Namen und bleibt als eigenständiger Standort erhalten.
Zusammen verfügen beide Einrichtungen künftig über insgesamt 212 Plätze. Davon entfallen 150 Plätze auf die derzeit im Bau befindliche Lippeklinik Lünen, die am Ufer der Lippe auf dem Gelände der ehemaligen Viktoriabrache entsteht. Die Inbetriebnahme der neuen forensischen Klinik ist nach aktueller Planung für Frühjahr 2027 vorgesehen.
„Mit dem Namen ‚Lippeklinik Lünen‘ soll der eigene Charakter der Klinik und die Verbundenheit zum Standort deutlich gemacht werden“, erklärte LWL-Maßregelvollzugsdezernent Tilmann Hollweg im Rahmen der Vorstellung des Konzepts.
Organisatorische Vorteile durch gemeinsame Klinikleitung
Die Zusammenführung beider Standorte unter einer Klinikleitung soll vor allem die Steuerung der Versorgungsprozesse verbessern. Beide Einrichtungen behandeln überwiegend psychisch kranke Straffällige aus dem Landgerichtsbezirk Dortmund, zu dem neben der Stadt Dortmund auch der Kreis Unna gehört.
Nach Angaben des LWL erleichtert eine gemeinsame Führungsstruktur insbesondere die Organisation von Aufnahme- und Belegungsprozessen sowie die Personalplanung. Zudem sollen Fachwissen und Erfahrungen zwischen den Standorten stärker ausgetauscht werden.
Für das Klinikmanagement bedeutet die neue Struktur eine stärkere standortübergreifende Steuerung von Ressourcen, Personal und Versorgungsabläufen. Gerade im Bereich der spezialisierten psychiatrischen Versorgung können abgestimmte Prozesse dazu beitragen, Kapazitäten effizienter zu nutzen und Versorgungsketten besser zu koordinieren.
Integration in bestehende Versorgungsstrukturen
Wirtschaftlich wird die neue Lippeklinik Lünen – ebenso wie die Wilfried-Rasch-Klinik – an den allgemeinpsychiatrischen LWL-Regionalverbund Dortmund/Hemer angebunden. Der LWL erwartet dadurch Synergieeffekte und eine Nutzung bereits etablierter Verwaltungs- und Versorgungsstrukturen.
Neben der organisatorischen Zusammenführung bleibt die regionale Verankerung beider Standorte bestehen. Die Lippeklinik Lünen wird auch nach ihrer Eröffnung von einem eigenen Forensik-Beirat begleitet. Dieser soll den Austausch mit Bürgerinnen und Bürgern sowie lokalen Akteuren sicherstellen. Auch die Wilfried-Rasch-Klinik verfügt über entsprechende Strukturen.
Der Neubau der Lippeklinik Lünen liegt nach Angaben des Landes Nordrhein-Westfalen weiterhin im vorgesehenen Zeitplan. Zwar gebe es kleinere Verzögerungen, die Fertigstellung werde jedoch weiterhin zum Jahresende erwartet. Die Wilfried-Rasch-Klinik Dortmund besteht bereits seit 2006 und wurde im Rahmen des ersten Ausbauprogramms des Landes für den nordrhein-westfälischen Maßregelvollzug eröffnet.




