LUP-Kliniken richten Versorgungsstruktur neu aus

Klinikverbund bündelt medizinische Leistungen in Ludwigslust, Hagenow und Crivitz und reagiert auf Krankenhausreform sowie demografische Entwicklung

Die LUP-Kliniken gGmbH richtet ihre medizinischen Strukturen an den Standorten Crivitz, Hagenow und Ludwigslust neu aus. Wie der Klinikverbund in einer aktuellen Pressemitteilung mitteilt, reagiert das kommunale Unternehmen damit auf bundesgesetzliche Rahmenbedingungen der Krankenhauslandschaft sowie auf demografische Entwicklungen im Landkreis Ludwigslust-Parchim. Ziel der Neustrukturierung sei es, die stationäre und ambulante Versorgung langfristig wirtschaftlich tragfähig und medizinisch zukunftssicher zu organisieren.

Im Mittelpunkt der Neuordnung steht eine stärkere Spezialisierung der einzelnen Klinikstandorte. Am Krankenhaus Crivitz sollen künftig vor allem die Bereiche Innere Medizin und Geriatrie ausgebaut werden. Damit reagiert der Klinikverbund nach eigenen Angaben auf den steigenden Bedarf an altersmedizinischer Versorgung. Die Altersmedizin soll dabei als Schwerpunktangebot für den gesamten Klinikverbund etabliert werden.

Parallel wird die Notfallversorgung innerhalb des Verbunds neu organisiert. Künftig wird die umfassende Notfallbehandlung an den Standorten Hagenow und Ludwigslust sichergestellt. Patientinnen und Patienten mit leichteren oder nicht lebensbedrohlichen Beschwerden sollen weiterhin im Tagesbetrieb am Standort Crivitz medizinisch erstversorgt werden. Bei weitergehendem diagnostischem oder stationärem Behandlungsbedarf ist eine gezielte Weiterleitung an spezialisierte Einrichtungen innerhalb des Verbunds vorgesehen, etwa nach Hagenow, Ludwigslust, Parchim oder Schwerin.

Mit der Neuausrichtung entfällt am Standort Crivitz die Abteilung für Orthopädie, Unfallchirurgie und Allgemeinchirurgie. Die orthopädische Versorgung wird künftig vollständig im zertifizierten Endoprothetikzentrum am Standort Hagenow konzentriert. Komplexere Eingriffe der Allgemeinchirurgie sollen künftig überwiegend im Krankenhaus Ludwigslust durchgeführt werden.

Darüber hinaus planen die LUP-Kliniken für den Standort Crivitz ein sektorübergreifendes Versorgungsmodell. Dieses soll ambulante und stationäre Leistungen stärker miteinander verzahnen. Vorgesehen ist unter anderem ein Ausbau ambulanter Angebote, beispielsweise in der Physiotherapie und Ergotherapie. „Unser Anspruch ist es, die Gesundheitsversorgung vor Ort nachhaltig zu sichern. Dafür brauchen wir moderne Strukturen, klare Schwerpunkte und eine enge Zusammenarbeit aller Beteiligten“, erklärte Geschäftsführer Alexander Gross in der Mitteilung.

Die Umstrukturierung erfolgt nach Angaben des Klinikverbunds in Abstimmung mit dem Ministerium für Soziales, Gesundheit und Sport Mecklenburg-Vorpommern, den Krankenkassen sowie der Kassenärztlichen Vereinigung Mecklenburg-Vorpommern. Auch der Landkreis Ludwigslust-Parchim als Gesellschafter begleite den Transformationsprozess.

Seit der Gründung des Klinikverbunds Ende 2022 investierten die LUP-Kliniken nach eigenen Angaben zudem in die Modernisierung ihrer Standorte. So wurde am Krankenhaus Hagenow der Kreißsaal mit Landesmitteln in Höhe von rund 1,57 Millionen Euro erweitert. Am Standort Ludwigslust flossen etwa 6,2 Millionen Euro in Infrastrukturprojekte, darunter eine neue Geräteaufbereitung der Funktionsdiagnostik sowie die Verlagerung eines Linksherzkatheter-Messplatzes. Zudem wird derzeit die Notaufnahme neu strukturiert.

Am Krankenhaus Crivitz wird seit 2025 das Innovationsfondsprojekt „LuP-Regio“ umgesetzt, das neue Versorgungsmodelle für den ländlichen Raum erprobt. Dazu gehören unter anderem der Einsatz von Community Health Nurses sowie digitale Versorgungsangebote. Ergänzend plant der Klinikverbund in Crivitz eine zentrale Kurzzeitpflege mit zehn bis zwanzig Betten.

Mit der Neuausrichtung wollen die LUP-Kliniken ihre Versorgungsangebote stärker aufeinander abstimmen und gleichzeitig die medizinische Versorgung im ländlichen Raum langfristig sichern.

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