Krankenhaus Wermelskirchen stellt Antrag auf Eigenverwaltung
Sanierungsverfahren soll Zukunft des Standorts sichern – Versorgung bleibe gewährleistet
Die Krankenhaus Wermelskirchen GmbH hat beim Amtsgericht Köln die Anordnung eines vorläufigen Eigenverwaltungsverfahrens beantragt. Der Schritt erfolgt vor dem Hintergrund der anhaltenden strukturellen Finanzierungsprobleme im deutschen Krankenhauswesen und soll eine geordnete Sanierung des Hauses ermöglichen.
„Die angespannte Situation, mit der sich derzeit eine Vielzahl von Krankenhäusern konfrontiert sieht, stellt auch uns vor große Herausforderungen und hat uns zu diesem Schritt veranlasst“, erklärte der interimistische Geschäftsführer Dr. Dietmar Stephan. Er bleibt auch im Verfahren weiterhin handlungs- und weisungsbefugt.
Trotz der finanziellen Unterstützung durch die Stadt Wermelskirchen und den Rheinisch-Bergischen Kreis sei es in den vergangenen Jahren nicht gelungen, eine tragfähige wirtschaftliche Basis zu schaffen. Mit der Eigenverwaltung sollen Restrukturierungsmaßnahmen nun unter gerichtlichem Schutz umgesetzt werden können. Unterstützt wird die Klinik dabei von Rechtsanwalt Dr. Claus-Peter Kruth von der Kanzlei AndresPartner, einem erfahrenen Sanierungsexperten.
Dr. Stephan betonte: „Unsere Patientinnen und Patienten brauchen sich keine Sorgen zu machen. Alles läuft weiter wie bisher und wird vollumfänglich und in gewohnter Qualität fortgeführt.“ Die medizinische Versorgung bleibt somit uneingeschränkt bestehen, ebenso der Betrieb aller Abteilungen.
Ziel des Verfahrens ist es, das Krankenhaus zukunftsfähig aufzustellen und eine langfristige Lösung – gegebenenfalls mit einem strategischen Partner – zu entwickeln. Optionen sind sowohl eine Übertragung des Krankenhausbetriebs auf einen neuen Träger als auch eine Restrukturierung mit den bisherigen Gesellschaftern. Bürgermeisterin Marion Holthaus betonte: „Der Schritt in die Eigenverwaltung gibt uns die Möglichkeit, die Versorgung zu sichern und gleichzeitig nach neuen Partnern und Lösungen zu suchen, die wirtschaftlich tragfähig sind.“
Bereits zuvor hatte die Geschäftsführung mit verschiedenen Kliniken, darunter dem Klinikum Leverkusen, Gespräche über Kooperationen geführt. Diese sollen nun fortgesetzt und durch eine breitere Investorensuche ergänzt werden. Die rund 400 Beschäftigten wurden über das Verfahren informiert; ihre Löhne und Gehälter sind über Insolvenzgeld der Agentur für Arbeit für drei Monate gesichert.
Das Krankenhaus Wermelskirchen ist ein Haus der Grund- und Regelversorgung mit 180 Betten, fünf Hauptfachabteilungen sowie einer HNO-Belegabteilung. Jährlich werden rund 8.000 stationäre und 20.000 ambulante Patientinnen und Patienten versorgt.




