Krankenhaus Strausberg stellt Geburtshilfe Ende Juni ein
Leistungsbündelung im Landkreis Märkisch-Oderland verlagert Geburten nach Rüdersdorf
Die Geburtshilfe am Krankenhausstandort Strausberg wird zum 29. Juni 2026 eingestellt. Wie die Krankenhaus Märkisch-Oderland GmbH mitteilte, musste der ursprünglich später geplante Schritt aufgrund eines kurzfristigen Personalausfalls vorgezogen werden. Künftig werden die geburtshilflichen Leistungen im Landkreis an der Immanuel Klinik Rüdersdorf gebündelt.
Die Krankenhaus Märkisch-Oderland GmbH beendet die Geburtshilfe am Standort Strausberg zum 29. Juni 2026. Nach Angaben der Krankenhausleitung war die Schließung bereits im Rahmen einer strukturellen Neuausrichtung vorgesehen, musste jedoch aufgrund eines kurzfristigen Personalausfalls und der daraus resultierenden Herausforderungen für einen dauerhaft sicheren Betrieb vorgezogen werden.
Mit der Entscheidung endet ein Versorgungsangebot, das über viele Jahre Bestandteil der Gesundheitsversorgung im Landkreis war. Die Klinik verweist dabei auf die emotionale Bedeutung der Geburtshilfe für zahlreiche Familien in der Region, sieht sich jedoch durch die veränderten gesundheitspolitischen und strukturellen Rahmenbedingungen zu diesem Schritt gezwungen.
Hintergrund ist insbesondere die laufende Krankenhausreform, die eine stärkere Konzentration medizinischer Leistungen an spezialisierten Standorten vorsieht. Ziel dieser Entwicklung ist es, Behandlungsqualität und Patientensicherheit durch höhere Fallzahlen und die Bündelung von Expertise zu stärken. Hinzu kommen neue Anforderungen an geburtshilfliche Standorte. Künftig sollen Geburtshilfen enger mit der Kinder- und Jugendmedizin verknüpft sein, um eine umfassende Versorgung von Mutter und Kind sicherzustellen.
Die Entwicklung der Geburtenzahlen in Strausberg unterstreicht die wirtschaftlichen und strukturellen Herausforderungen. Im Jahr 2025 wurden nach Klinikangaben 177 Geburten verzeichnet. Für 2026 wird lediglich mit rund 125 Geburten gerechnet. Damit liegt der Standort deutlich unter den künftig erwarteten Orientierungswerten für eine nachhaltige Leistungserbringung. Gleichzeitig verzeichnen viele Regionen Deutschlands rückläufige Geburtenzahlen, was zusätzliche Auswirkungen auf kleinere Geburtshilfestandorte hat.
Die geburtshilfliche Versorgung im Landkreis soll künftig zentral durch die Immanuel Klinik Rüdersdorf erfolgen. Das Universitätsklinikum der Medizinischen Hochschule Brandenburg verfügt über einen perinatalen Schwerpunkt und erfüllt die strukturellen Voraussetzungen für eine umfassende Versorgung. Nach Angaben der Klinik wurden dort im Jahr 2025 insgesamt 895 Geburten betreut. Darüber hinaus stehen eine Kinder- und Jugendmedizin, eine rund um die Uhr verfügbare Anästhesie sowie eine pädiatrische Notfallversorgung zur Verfügung.
Für das Krankenhausmanagement zeigt die Entscheidung exemplarisch die Auswirkungen der Krankenhausreform auf kleinere Leistungsbereiche. Die Bündelung medizinischer Angebote folgt dem politischen Ziel einer stärkeren Spezialisierung, führt jedoch gleichzeitig zu einer Verringerung wohnortnaher Angebote. Insbesondere in der Geburtshilfe stehen viele Krankenhäuser bundesweit vor ähnlichen Herausforderungen aus sinkenden Geburtenzahlen, Fachkräftemangel und steigenden Qualitätsanforderungen.
Die Krankenhausleitung betont, dass die Schließung in enger Abstimmung mit dem Land Brandenburg sowie den regionalen Versorgungspartnern erfolgt sei. Ziel bleibe eine langfristig sichere und qualitativ hochwertige geburtshilfliche Versorgung im Landkreis Märkisch-Oderland.




