Krankenhäuser im Rhein-Erft-Kreis warnen vor Folgen des GKV-Sparpakets

Klinikverantwortliche befürchten Millionenverluste durch Beitragsstabilisierungsgesetz und sehen Risiken für Personal sowie Patientenversorgung

Die geplanten Sparmaßnahmen im Rahmen des GKV-Beitragsstabilisierungsgesetzes sorgen auch bei den Krankenhäusern im Rhein-Erft-Kreis für erhebliche Sorgen. Vertreter mehrerer Kliniken rechnen mit deutlichen Einnahmeverlusten und warnen vor negativen Auswirkungen auf Personal, Pflegebudgets und die Patientenversorgung. Darüber berichtet der Kölner Stadt-Anzeiger unter Berufung auf Krankenhausverantwortliche aus der Region.

Die Diskussion um das geplante GKV-Beitragsstabilisierungsgesetz erreicht zunehmend die Krankenhäuser vor Ort. Während die Bundesregierung mit den Reformmaßnahmen die Finanzlage der gesetzlichen Krankenversicherung stabilisieren will, sehen viele Kliniken darin eine zusätzliche Belastung für einen ohnehin wirtschaftlich angespannten Krankenhaussektor.

Besonders deutlich äußert sich Jakob-Josef Schall, Geschäftsführer des St.-Katharinen-Hospitals Frechen. Zwar lägen noch nicht alle Details des Gesetzes vor, doch bereits jetzt zeichneten sich erhebliche finanzielle Konsequenzen ab. Sollte die Vergütung bestimmter Dokumentationsleistungen tatsächlich entfallen, könnten nach seiner Einschätzung bis zu 20 Prozent des Pflegebudgets verloren gehen. Für das Krankenhaus mit rund 17.600 stationären und 35.600 ambulanten Behandlungsfällen im Jahr 2025 entspräche dies einem Einnahmeverlust zwischen zwei und vier Millionen Euro.

Ähnliche Kritik kommt vom Cellitinnen-Krankenhaus Maria-Hilf in Bergheim. Geschäftsführer Oliver Bredel verweist darauf, dass die Krankenhäuser bereits durch die Krankenhausreform unter erheblichem wirtschaftlichem Druck stünden. Die nun geplanten Begrenzungen bei der Refinanzierung von Kostensteigerungen und Pflegebudgets würden die Situation weiter verschärfen. Insbesondere die Finanzierung tariflicher Lohnerhöhungen sieht er gefährdet. Nach seiner Einschätzung drohe eine zunehmende Entkopplung der Krankenhausbeschäftigten von der allgemeinen Lohnentwicklung.

Auch das Sana-Krankenhaus Hürth fordert nach Angaben des Kölner Stadt-Anzeigers eine ausgewogenere Lastenverteilung. Zwar sei die Bereitschaft vorhanden, einen Beitrag zur Stabilisierung der Gesundheitsausgaben zu leisten. Gleichzeitig werde jedoch kritisiert, dass Krankenhäuser einen überproportionalen Anteil der Einsparungen tragen sollen, obwohl ein Großteil der Einrichtungen bereits defizitär arbeite. Zudem sehen die Verantwortlichen einen Widerspruch zwischen steigenden Qualitäts- und Personalanforderungen einerseits und Kürzungen bei der Refinanzierung andererseits.

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