Knappschaft Kliniken bündeln Technik und Bau in neuem Geschäftsführungsbereich
Mit dem Aufbau von „Technik und Infrastrukturmanagement“ reagieren die Knappschaft Kliniken auf steigende technische Komplexität und stärken zentrale Steuerung im Verbund
Die Knappschaft Kliniken ordnen ihre technischen Dienstleistungen und Bauaktivitäten grundlegend neu. Wie der Verbund mitteilt, wird mit dem Geschäftsführungsbereich Technik und Infrastrukturmanagement (TIM) ein eigener zentraler Verantwortungsbereich geschaffen, in dem künftig alle wesentlichen technischen Leistungen und Bauvorhaben zusammengeführt werden. Hintergrund ist die zunehmende technische und organisatorische Komplexität im Krankenhausbetrieb, die fragmentierte Zuständigkeiten immer stärker an ihre Grenzen bringt. Die neue Struktur ist in der operativen Zentrale des Verbundes, der Knappschaft Kliniken Solution GmbH, angesiedelt und gilt verbundweit.
TIM bündelt künftig die Krankenhausbetriebstechnik, die Medizintechnik sowie die Aufbereitungseinheiten für Medizinprodukte ebenso wie die Planung und Umsetzung von Bauprojekten. Ziel ist es, technische Leistungen und bauliche Maßnahmen systematisch und einheitlich über alle Standorte hinweg zu koordinieren. Der neue Bereich versteht sich dabei ausdrücklich nicht nur als organisatorische Neuordnung, sondern als strategisches Steuerungsinstrument. Technische Verantwortung, Entscheidungswege und Prozesse sollen klarer gebündelt und transparenter gestaltet werden.
Ein wesentlicher Bestandteil der neuen Struktur ist die stärkere Digitalisierung technischer Prozesse. Vorgesehen sind einheitliche Verfahren für Planung, Bau und Betrieb sowie ein zentraler Zugriff auf Planungs-, Genehmigungs- und Revisionsunterlagen. Der Aufbau des Bereichs ist auf einen Zeitraum von rund zwölf Monaten angelegt. Erste messbare Effekte erwartet der Verbund ab dem Jahr 2027, während sich ökonomische und qualitative Wirkungen ab 2028 deutlich zeigen sollen.
Besondere Bedeutung messen die Knappschaft Kliniken dem Bereich Planung und Bau bei. Künftig sollen ausgewählte Leistungsphasen der Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI) verstärkt mit eigenen Ressourcen abgedeckt werden. Dazu werden Architekten, Ingenieure und Projektsteuerer intern aufgebaut und eingesetzt. Externe Vergaben bleiben weiterhin möglich, sollen jedoch gezielter erfolgen. Ziel dieser Strategie ist eine klarere Steuerung von Bauprozessen bei gleichzeitig reduzierten Schnittstellen und höherer Steuerungstiefe.
Der neue Geschäftsführungsbereich ist bewusst schlank konzipiert. Zusätzliche Steuerungseinheiten sind nicht vorgesehen. Controlling- und KPI-Funktionen werden im Projektmanagementoffice direkt unter Verantwortung der Geschäftsführung angesiedelt. Für die einzelnen Krankenhausstandorte bedeutet dies vor allem eine Entlastung, da technische Mitarbeiter von projektbezogenen Bauaufgaben freigestellt werden und sich stärker auf ihre operativen Kernaufgaben konzentrieren können.
Frank-Michael Frede leitet neuen Geschäftsführungsbereich TIM
Die Verantwortung für TIM hat zum 1. Januar 2026 Frank-Michael Frede übernommen, der als Geschäftsführer in der Knappschaft Kliniken Solution GmbH tätig ist. Er bringt langjährige Erfahrung in der Führung technischer Dienstleistungen im Krankenhausumfeld mit, darunter Medizintechnik, Krankenhausbetriebstechnik und AEMP. In früheren Funktionen verantwortete er zudem IT-Prozesse einschließlich Cybersecurity und war an großen Krankenhausbauprojekten beteiligt, unter anderem am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein.
Andreas Schlüter, Erster Hauptgeschäftsführer der Knappschaft Kliniken GmbH, begründet den Schritt mit den wachsenden Anforderungen an technische Steuerung im Krankenhaus: „Bei Technik und Bau stoßen fragmentierte Zuständigkeiten schnell an ihre Grenzen. Mit TIM bündeln wir Verantwortung dort, wo Entscheidungen vorbereitet und gesteuert werden müssen.“ Frank-Michael Frede hebt die integrierte Perspektive des neuen Bereichs hervor: „Technik, Bau und digitale Prozesse lassen sich im Krankenhausbetrieb nicht mehr getrennt betrachten. TIM schafft einen Rahmen, um diese Bereiche gemeinsam zu steuern und Entscheidungen auf eine nachvollziehbare Grundlage zu stellen.“
Die Knappschaft Kliniken GmbH steuert insgesamt sieben Krankenhausverbünde, an denen die Deutsche Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See zu mindestens 50 Prozent beteiligt ist. Verbundweit werden jährlich rund 990.000 Patientinnen und Patienten versorgt, bei einem Jahresumsatz von rund 1,3 Milliarden Euro. Als Tochtergesellschaft der DRV KBS ist die Knappschaft Kliniken GmbH Teil eines umfassenden Verbundsystems, das neben der Krankenversorgung unter anderem auch die Renten- und Pflegeversicherung sowie ein eigenes medizinisches Kompetenznetz umfasst.






