Klinikum Freising führt EMAS-Umweltmanagementsystem ein

Zertifizierung nach EU-Standard soll Nachhaltigkeit stärken und Betriebskosten im Krankenhaus senken

Das Klinikum Freising hat ein zertifiziertes Umweltmanagementsystem nach dem europäischen EMAS-Standard eingeführt. Wie das Krankenhaus mitteilte, wurde die Einrichtung bereits im Juni 2025 offiziell validiert und im November 2025 in das EMAS-Register aufgenommen. Anfang März 2026 erfolgte nun die abschließende Übergabe der EMAS-Tafel durch die Industrie- und Handelskammer (IHK) München und Oberbayern als zuständige Registrierstelle. Mit der Einführung des Systems will das Klinikum seine Umweltleistung systematisch verbessern und zugleich betriebliche Ressourcen effizienter nutzen.

Das sogenannte Eco-Management and Audit Scheme (EMAS) ist ein freiwilliges Instrument der Europäischen Union, das Unternehmen und Organisationen bei der kontinuierlichen Verbesserung ihrer Umweltleistung unterstützt. Krankenhäuser setzen zunehmend auf solche Managementsysteme, um Energie- und Ressourcenverbrauch zu reduzieren und gleichzeitig den steigenden Anforderungen an Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen gerecht zu werden.

Nach Angaben der Klinikleitung verfolgt das Klinikum Freising mit dem neuen System das Ziel, Umwelt- und Ressourcenschutz stärker in betriebliche Entscheidungsprozesse zu integrieren. „Für das Klinikum Freising spielt der Umweltschutzgedanke im Rahmen des wirtschaftlichen Handelns eine wichtige Rolle. Wir befürworten alle sinnvollen Maßnahmen, welche die Umwelt schützen sowie den betrieblichen Umweltschutz verbessern, bei gleichzeitig Einhaltung der Hygienevorgaben der Patientensicherheit“, erklärte Geschäftsführerin Maren Höntzsch laut Mitteilung des Hauses.

Ein Schwerpunkt der Maßnahmen liegt auf der Reduzierung von Energie- und Ressourcenverbräuchen. So wurde unter anderem in einem Gebäudeflügel die Beleuchtung auf LED-Technik umgestellt. Dadurch konnten im Jahr 2025 nach Angaben der technischen Leitung rund 68.000 Kilowattstunden Strom eingespart werden. Weitere Effekte ergeben sich aus der Modernisierung technischer Anlagen im Krankenhausbetrieb.

Im Zuge der Erneuerung der Bettenwaschanlage wurde beispielsweise ein neuer, energieeffizienter Dampferzeuger installiert, der den zuvor eingesetzten, mit Heizöl betriebenen Dampfkessel ersetzt. Nach Angaben des Klinikums reduzierte sich dadurch nicht nur der Energieverbrauch, sondern auch der Wasserbedarf deutlich. Zusammen mit weiteren technischen Modernisierungen – etwa einer Bandspülmaschine in der Großküche – konnte der Wasserverbrauch im gesamten Krankenhaus nach eigenen Angaben um rund 25 Prozent beziehungsweise etwa 15.000 Kubikmeter gesenkt werden.

Auch wirtschaftlich zeigen sich laut Klinik erste Effekte. Durch technische Optimierungen und Prozessverbesserungen in der Krankenhausküche seien im Jahr 2025 Einsparungen von rund 385.000 Euro gegenüber dem Jahr 2023 erzielt worden. Darüber hinaus wurden neue Recyclingmaßnahmen eingeführt, etwa die getrennte Sammlung nicht kontaminierter Kunststoffabfälle.

Zur dauerhaften Verankerung des Umweltmanagements wurde im Klinikum eine interne Umweltgruppe eingerichtet. Sie wird von der Umweltmanagementbeauftragten Dr. Andrea Stege geleitet und soll Mitarbeitende aktiv in Verbesserungsprozesse einbinden. Neben regelmäßigen Besprechungen zu Energie- und Ressourcenthemen werden Beschäftigte ausdrücklich ermutigt, eigene Vorschläge zur weiteren Optimierung einzubringen.

Mit der EMAS-Zertifizierung reiht sich das Klinikum Freising in eine wachsende Zahl von Krankenhäusern ein, die Nachhaltigkeitsstrategien systematisch in ihre Organisations- und Managementstrukturen integrieren.