Klinikum Ebersberg optimiert Wirtschaftlichkeit der OP-Robotik

Neues HIT-Konzept ermöglicht sieben roboterassistierte Gallenblasenoperationen an einem Tag – optimierte OP-Prozesse sollen Fixkosten senken

Das Klinikum Ebersberg München Ost hat ein Organisationskonzept entwickelt, mit dem roboterassistierte Operationen auch bei geringer vergüteten Eingriffen wirtschaftlich durchgeführt werden sollen. Im Mittelpunkt steht die sogenannte High Intensity Therapy (HIT), bei der die Abläufe rund um den operativen Eingriff systematisch aufeinander abgestimmt werden. Bei einem ersten HIT-Operationstag im Oktober wurden sieben Gallenblasenentfernungen innerhalb von rund sieben Stunden mit dem Da-Vinci-System durchgeführt.

Nach Angaben des Klinikums soll das Konzept insbesondere den Einsatz der kostenintensiven OP-Robotik bei Routineeingriffen ermöglichen, deren Vergütung die zusätzlichen Kosten des Robotereinsatzes bislang nicht ausreichend deckt. Das Konzept wurde von Chefarzt Dr. Alexander Gratz gemeinsam mit den Oberärzten Dr. Thomas Nicolaus und Dr. Stefan Guenther sowie den beteiligten OP- und Anästhesieteams entwickelt.

Optimierte Prozesse statt kürzerer Operationszeiten

Das HIT-Konzept setzt nicht bei einer Beschleunigung des chirurgischen Eingriffs selbst an, sondern bei den vor- und nachgelagerten Prozessen im Operationsbereich. Dazu gehören die Vorbereitung und Lagerung der Patienten, die Anästhesie, der Instrumentenwechsel sowie das Andocken des Roboters. Die einzelnen Arbeitsschritte werden so koordiniert, dass möglichst wenige Wartezeiten entstehen und geeignete Tätigkeiten parallel erfolgen können. Im Oktober konnten auf diese Weise sieben Patienten zwischen 7:53 Uhr und 15 Uhr roboterassistiert an der Gallenblase operiert werden.

Ziel ist es, die vorhandenen OP-Kapazitäten besser auszulasten und die fixen Kosten auf eine höhere Anzahl von Eingriffen zu verteilen. Die eigentliche Operationsdauer soll dabei aus Gründen der Patientensicherheit unverändert bleiben.

Robotik soll auch bei geringer vergüteten Eingriffen möglich werden

Das Klinikum Ebersberg setzt seit 2023 das Operationssystem Da Vinci Xi in der Viszeralchirurgie, Urologie und Gynäkologie ein. Bisher konzentriert sich der robotische Einsatz in der Viszeralchirurgie vor allem auf komplexe Operationen im Magen-Darm-Bereich, an der Leber und bei Bauchwandbrüchen. Mit der High Intensity Therapy soll die Technologie nun auch bei Eingriffen mit vergleichsweise niedriger Vergütung wirtschaftlich eingesetzt werden können.

Wie der Münchner Merkur berichtet, geht die Klinikleitung davon aus, dass sich die zusätzlichen Kosten durch die höhere Anzahl an Operationen pro OP-Tag ausgleichen lassen. Das HIT-Prinzip werde bereits auch bei komplexen roboterassistierten Bauchwandhernienoperationen eingesetzt. (1)