Kliniken Südostbayern verbessern wirtschaftliche Lage deutlich

Geschäftsbericht 2025: Ergebnis verbessert, Patientenzahlen steigen und Forderung nach Reformfinanzierung

Die Kliniken Südostbayern (KSOB) haben ihre wirtschaftliche Situation im Geschäftsjahr 2025 deutlich verbessert. Das Jahresergebnis legte um mehr als 42 Prozent zu, während sich das operative Defizit (EBITDA) im Vergleich zum Vorjahr halbierte. Gleichzeitig behandelte der Klinikverbund erstmals wieder mehr Patientinnen und Patienten als vor der Corona-Pandemie. Für die weitere Umsetzung der Krankenhausreform fordert der Vorstand jedoch eine verlässliche und auskömmliche Finanzierung.

Im Rahmen der Jahreshauptversammlung der Kliniken Südostbayern wurde der Geschäftsbericht für das Jahr 2025 vorgestellt. Im anschließenden Pressegespräch bewertete der Vorstand die wirtschaftliche Entwicklung des Klinikverbunds positiv, verwies zugleich aber auf die weiterhin schwierigen Rahmenbedingungen für die Krankenhäuser.

Die wirtschaftliche Situation der KSOB konnte sich im vergangenen Jahr gegenüber 2024 deutlich verbessern. Das Jahresergebnis stieg um mehr als 42 Prozent. Gleichzeitig wurde das operative Defizit auf EBITDA-Basis im Vergleich zum Vorjahr halbiert. Weiterhin erzielten die Kliniken Südostbayern einen positiven operativen Cashflow von rund 0,94 Millionen Euro.

Auch bei den betrieblichen Erträgen verzeichnete der Klinikverbund eine positive Entwicklung. Diese stiegen um 7,2 Prozent auf insgesamt 380,5 Millionen Euro. Die Erlöse aus Krankenhausleistungen erhöhten sich um 9,2 Prozent auf 331,7 Millionen Euro.

KSOB-Vorstandsvorsitzender Dr. Uwe Gretscher führt die Stabilisierung unter anderem auf die Leistungen der Beschäftigten und die Unterstützung der beiden kommunalen Anteilseigner zurück. Die Landkreise Traunstein und Berchtesgadener Land tragen damit weiterhin zur wirtschaftlichen Stabilisierung des Klinikverbunds bei.

Auch die Entwicklung der Patientenzahlen fällt positiv aus. Insgesamt behandelten die Kliniken Südostbayern im Jahr 2025 160.107 Patientinnen und Patienten. Damit wurde nicht nur das Vorjahresniveau übertroffen, sondern erstmals wieder die Fallzahl des Jahres 2019 und damit das Niveau vor Beginn der Corona-Pandemie erreicht.

Die Zahl der stationären Fälle stieg auf 53.476 und damit um 2,7 Prozent. Im ambulanten Bereich wurden 106.631 Behandlungen registriert, was einem Zuwachs von 5,5 Prozent entspricht. Die Entwicklung wird vom Klinikverbund als Bestätigung der strategischen Ausrichtung bewertet, die angesichts der zunehmenden Ambulantisierung und der Krankenhausreform an Bedeutung gewinnt.

Trotz der verbesserten wirtschaftlichen Situation blickt der Vorstand mit Sorge auf die kommenden Jahre. Als eine der größten Herausforderungen wird das vom Bund beschlossene GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz gesehen. Nach Einschätzung der Kliniken Südostbayern begrenzt die Regelung die künftige Erlösentwicklung und berücksichtigt gleichzeitig steigende Tarifkosten nur eingeschränkt.

KSOB-Vorstand Philipp Hämmerle warnt deshalb davor, dass notwendige Transformationsprozesse durch die finanzielle Belastung ausgebremst werden könnten. Die Klinikreform verfolge zwar wichtige strukturelle Ziele, dafür müssten die Krankenhäuser jedoch auch finanziell in die Lage versetzt werden, die notwendigen Veränderungen umzusetzen.

Die Kliniken Südostbayern wollen sich daher weiterhin gemeinsam mit ihren kommunalen Anteilseignern für eine auskömmliche Finanzierung der Krankenhausreform einsetzen. Gleichzeitig dankte der Vorstand den Mitarbeitenden für ihren Einsatz. Die positive wirtschaftliche Entwicklung sei das Ergebnis der Zusammenarbeit aller Berufsgruppen und bilde eine wichtige Grundlage für die weitere Entwicklung des Klinikverbunds und die medizinische Versorgung in der Region.

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