Klinikum Wolfsburg reduziert Defizit um rund sechs Millionen Euro

Jahresfehlbetrag sinkt 2025 auf rund 14 Millionen Euro – ambulante Behandlungen steigen deutlich

Das Klinikum Wolfsburg hat sein Jahresergebnis 2025 um rund sechs Millionen Euro verbessert. Das Defizit sank von 19,9 Millionen Euro im Vorjahr auf rund 14 Millionen Euro. Gleichzeitig stiegen die Patientenzahlen, besonders deutlich im ambulanten Bereich. Bis spätestens 2030 soll das kommunale Klinikum ein ausgeglichenes Jahresergebnis erreichen.

Im Jahr 2025 behandelte das Klinikum 31.236 Patienten stationär. 2024 waren es 31.085. Deutlich stärker entwickelte sich die ambulante Versorgung: Die Zahl der Behandlungen erhöhte sich von 54.922 auf 64.078 Fälle – ein Plus von rund 17 Prozent.

Parallel stiegen die Erlöse aus dem Fallpauschalensystem um rund 6,3 Millionen Euro. Nach Angaben des Klinikums wurden damit im dritten Jahr in Folge die medizinischen Leistungen gesteigert und wieder das Leistungsniveau aus der Zeit vor der Corona-Pandemie erreicht. Auch für 2026 zeichnet sich demnach bislang eine weitere Leistungssteigerung ab.

Konsolidierung soll bis 2030 zum ausgeglichenen Ergebnis führen

Trotz der Verbesserung bleibt die wirtschaftliche Situation angespannt. Das Klinikum hat deshalb einen bis 2030 angelegten Konsolidierungsprozess gestartet. Spätestens mit dem Jahresabschluss 2030 soll ein ausgeglichenes Ergebnis erreicht werden. Anschließend strebt das Haus nachhaltig positive Ergebnisse an.

Klinikumsdirektor André Koch sieht die Entwicklung 2025 als wichtigen Zwischenschritt, verweist aber zugleich auf weiterhin steigende Personal- und Sachkosten sowie die wirtschaftlichen Auswirkungen der Ambulantisierung.

Die Stadt Wolfsburg hält parallel an Investitionen in die medizinische Ausstattung fest. Zu den jüngsten Projekten gehören ein Da-Vinci-Operationssystem für roboterassistierte Eingriffe sowie 3D-Bildgebung und Navigation für komplexe Wirbelsäulenoperationen.

Leistungsgruppen werden für weitere Strategie entscheidend

Für die strategische Ausrichtung des Klinikums wird insbesondere die Umsetzung der Krankenhausreform relevant. Das Land Niedersachsen soll im kommenden Jahr über die vom Klinikum beantragten Leistungsgruppen entscheiden. Von deren Zuweisung hängt künftig wesentlich ab, welche medizinischen Leistungen das Klinikum innerhalb seines Versorgungsauftrags anbieten kann.

Neben dem Konsolidierungsprozess setzt das Klinikum auf Kooperationen mit Krankenhäusern in Braunschweig und Wolfenbüttel sowie mit der Universitätsmedizin Göttingen. Über den Medizincampus Wolfsburg werden zudem Medizinstudierende der Universitätsmedizin Göttingen in die klinische Ausbildung am Standort eingebunden.