KGRP wählt neuen Vorsitzenden: Frank Lambert übernimmt Führung

Krankenhausgesellschaft Rheinland-Pfalz formuliert Erwartungen an Politik und fordert finanzielle Stabilisierung der Kliniken

Die Krankenhausgesellschaft Rheinland-Pfalz (KGRP) hat einen neuen Vorstandsvorsitzenden: Wie der Verband am 16. März 2026 mitteilte, wurde Frank Lambert einstimmig für die Amtsperiode 2026 bis 2027 gewählt. Gleichzeitig verbindet die KGRP die personelle Neuaufstellung mit klaren Forderungen an die Politik zur finanziellen Stabilisierung der Krankenhäuser und zur Umsetzung der Krankenhausreform.

Lambert folgt auf den bisherigen Vorsitzenden Hans-Ulrich Ihlenfeld, der das Amt von 2024 bis 2025 innehatte. Der neue Vorsitzende ist seit vielen Jahren im Gesundheitswesen tätig und bekleidet derzeit eine Führungsfunktion im Klinikverbund eines privaten Trägers. Mit der Wahl stellt sich die KGRP in einer Phase neu auf, die durch wirtschaftliche Unsicherheiten und strukturelle Veränderungen in der Krankenhauslandschaft geprägt ist.

von links: Geschäftsführer Andreas Wermter, Stv. Vorsitzender Hans-Ulrich Ihlenfeld,Vorsitzender Frank Lambert, Stv. Vorsitzender Dr. Hartmut Münzel, Foto: KGRP

von links: Geschäftsführer Andreas Wermter, Stv. Vorsitzender Hans-Ulrich Ihlenfeld,
Vorsitzender Frank Lambert, Stv. Vorsitzender Dr. Hartmut Münzel,
Foto: KGRP

Im Mittelpunkt der konstituierenden Vorstandssitzung standen laut Mitteilung die Umsetzung des Krankenhausreformanpassungsgesetzes (KHAG) sowie die wirtschaftliche Lage der Kliniken im Land. Die KGRP bewertet die jüngste Einigung zwischen Bund und Ländern als wichtigen Zwischenschritt, der zunächst Planungssicherheit schaffe. Gleichzeitig sieht der Verband weiterhin erheblichen Klärungsbedarf bei zentralen Reformelementen wie der Vorhaltefinanzierung, der Definition von Leistungsgruppen und der zukünftigen Pflegefinanzierung.

Aus Sicht der Krankenhausgesellschaft bleibt insbesondere die wirtschaftliche Situation vieler Häuser angespannt. Nach Angaben des Verbandes schreiben rund zwei Drittel der Krankenhäuser negative Betriebsergebnisse. Vor diesem Hintergrund seien Insolvenzen und Standortschließungen auch in Rheinland-Pfalz weiterhin nicht auszuschließen. Ziel müsse es daher sein, einen ungeordneten Strukturwandel zu verhindern und stattdessen gemeinsam mit Politik und Trägern tragfähige Zukunftskonzepte zu entwickeln.

Mit Blick auf die anstehende Landtagswahl am 22. März 2026 formuliert die KGRP konkrete Erwartungen an die künftige Landesregierung. Im Fokus stehen eine verlässliche Finanzierung, eine stärkere Investitionsförderung sowie Maßnahmen zum Bürokratieabbau. Darüber hinaus fordert der Verband eine bessere Unterstützung bei der Fachkräftesicherung, unter anderem durch mehr Studienplätze in der Medizin und vereinfachte Anerkennungsverfahren für ausländische Fachkräfte.

Auch strukturelle Themen spielen eine zentrale Rolle: Krankenhäuser sollen nach Auffassung der KGRP stärker in die ambulante Versorgung eingebunden werden, insbesondere in Regionen mit Versorgungsengpässen. Zudem wird eine dauerhafte Finanzierung digitaler Infrastruktur sowie eine stärkere Förderung sektorenübergreifender Versorgungsmodelle gefordert.

Für das Krankenhausmanagement ergeben sich aus den Positionierungen der KGRP klare Signale: Die kommenden Monate werden entscheidend für die konkrete Ausgestaltung der Reform sein. Gleichzeitig wächst der Druck auf Kliniken, sich unter unsicheren finanziellen Rahmenbedingungen strategisch neu auszurichten und ihre Rolle in regionalen Versorgungsstrukturen weiterzuentwickeln.

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