Insolvenzverfahren: St.-Bernhard-Hospital Brake meldet erste wirtschaftliche Fortschritte
Klinikleitung sieht Chance auf wirtschaftliche Stabilisierung innerhalb weniger Monate
Das St.-Bernhard-Hospital Brake im Landkreis Wesermarsch befindet sich seit Anfang März im regulären Insolvenzverfahren. Nach Angaben der Klinikleitung gibt es jedoch erste Anzeichen für eine mögliche wirtschaftliche Stabilisierung. Wie NDR am 11. März 2026 berichtete, rechnet die Geschäftsführung damit, dass das Krankenhaus innerhalb weniger Monate wieder eigenständig wirtschaften könnte.
Seit dem 1. März 2026 läuft das reguläre Insolvenzverfahren für das Krankenhaus. Bereits seit November 2025 befand sich die Einrichtung jedoch in einem vorläufigen Insolvenzverfahren, in dessen Verlauf erste Sanierungsmaßnahmen eingeleitet wurden. Ziel der Verantwortlichen ist es, den Klinikbetrieb langfristig zu sichern und eine wirtschaftliche Stabilisierung zu erreichen. Klinikgeschäftsführer Frank Germeroth zeigte sich vorsichtig optimistisch. Demnach könne das Krankenhaus bereits innerhalb von drei Monaten wieder auf eigenen wirtschaftlichen Beinen stehen. Voraussetzung dafür sei, dass die eingeleiteten Maßnahmen ihre Wirkung entfalten und der laufende Betrieb stabilisiert wird.
Zu den bereits umgesetzten Schritten zählen organisatorische und strukturelle Anpassungen im Klinikalltag. So wurde eine Kurzliegerstation eingerichtet, um Behandlungsabläufe effizienter zu gestalten und stationäre Aufenthalte besser zu steuern. Gleichzeitig wurden Entlassungsprozesse überarbeitet, um die Patientenversorgung effizienter zu organisieren und Ressourcen gezielter einzusetzen. Parallel dazu hat die Klinik Kosten reduziert und einzelne defizitäre Bereiche überprüft. In diesem Zusammenhang soll die bislang verlustreiche Cafeteria Ende März geschlossen werden.
Trotz der wirtschaftlichen Krise sollen nach Angaben der Klinikleitung sämtliche Arbeitsplätze erhalten bleiben. Seit Beginn des vorläufigen Insolvenzverfahrens im Herbst 2025 wurden demnach sogar zusätzliche Mitarbeiter eingestellt. Insgesamt habe das Krankenhaus seit November 17 neue Beschäftigte gewonnen.
Ein zentrales Ziel der Sanierung ist es, die wirtschaftlichen Verluste deutlich zu reduzieren. Während das Krankenhaus im Sommer 2025 zeitweise monatliche Defizite von bis zu 500.000 Euro verzeichnete, hält die Geschäftsführung inzwischen eine ausgeglichene wirtschaftliche Bilanz für möglich.
Für die langfristige Perspektive des Standorts spielt jedoch auch die bundesweite Krankenhausreform eine Rolle. Nach Einschätzung der Klinikleitung wird entscheidend sein, welche Aufgaben und Versorgungsstrukturen dem Standort Brake künftig im Rahmen der Krankenhausplanung zugewiesen werden. Davon hängt ab, wie sich das St.-Bernhard-Hospital strategisch weiterentwickeln kann und welche medizinischen Leistungen künftig am Standort angeboten werden.





