Groß-Sand in der Transformation: Katholische Kirche überführt Klinikbetrieb – Stadt Hamburg plane Stadtteilklinik

Neuausrichtung auf Geriatrie und Frührehabilitation / Standort bleibt medizinisch erhalten – Verantwortungsvoller Trägerwechsel eingeläutet

Das Erzbistum Hamburg hat die Weichen für eine umfassende Umstrukturierung des Krankenhauses Groß-Sand in Wilhelmsburg gestellt. Nach Jahren wirtschaftlicher Schieflage und erfolglosen Versuchen, einen neuen Träger zu finden, wird der katholische Klinikbetrieb nun in eine spezialisierte Einrichtung überführt, bevor er an die Stadt Hamburg übergeben wird. Diese plant am Standort eine moderne Stadtteilklinik.

Zentrale Entscheidung ist die Fokussierung des Leistungsangebots auf die Bereiche Geriatrie und Neurologische Frührehabilitation. Beide Fachrichtungen gelten angesichts des demografischen Wandels als zukunftsträchtig. Die umfassende Akutversorgung, inklusive Chirurgie und Notaufnahme, wird dagegen bereits Mitte Juli 2025 eingestellt. Bis zum geplanten Umzug dieser Fachbereiche an das katholische Marienkrankenhaus Hamburg verbleiben sie am Standort Groß-Sand. Parallel wird die Immobilie in Wilhelmsburg an die Freie und Hansestadt Hamburg verkauft, die dort eine Stadtteilklinik errichten möchte.

Die Stadt Hamburg plane, in Wilhelmsburg ein integriertes Gesundheitszentrum mit ambulanten, teilstationären und präventiven Leistungen aufzubauen – ein Modell, das im Projekt STATAMED bereits am Standort Groß-Sand erfolgreich erprobt wurde. Ziel ist eine wohnortnahe, sektorenübergreifende Versorgung, die sich eng an den lokalen Bedarfen orientiert. Die Trägerschaft soll öffentlich ausgeschrieben werden.

Senatorin Melanie Schlotzhauer (SPD) und die beteiligten Behörden unterstützen diesen Übergang gemeinsam mit dem Erzbistum. Die Stadtteilklinik gilt als Pilotprojekt im Rahmen der bundesweiten Krankenhausreform, in der auch sogenannte Level-Ii-Kliniken (Grundversorgung ohne klassische stationäre Notfallmedizin) vorgesehen sind.