GFO Kliniken: 200 Mio. Euro Förderung für Standort Sieglar

Die Krankenhauslandschaft zwischen Köln und Bonn steht vor einer tiefgreifenden Modernisierung

Mit einem Förderbescheid über rund 200 Millionen Euro unterstützen Bund und das Land Nordrhein-Westfalen die GFO Kliniken bei der Zusammenführung ihrer Standorte. Das Ziel: Ein hochmoderner Zentralstandort in Troisdorf-Sieglar, der Doppelstrukturen abbaut und die Behandlungsqualität nachhaltig sichert.

NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann übergab in Sieglar persönlich den offiziellen Förderbescheid an die Geschäftsführung der Gemeinnützigen Gesellschaft der Franziskanerinnen zu Olpe (GFO). Die Mittel stammen aus dem Krankenhausstrukturfonds (KHSF) II und markieren eine der bedeutendsten Investitionen in die regionale Gesundheitsinfrastruktur der letzten Jahre. Von der Gesamtsumme entfallen allein 164 Millionen Euro auf den Standort Troisdorf, während auch am St. Josef Hospital in Bonn Investitionen geplant sind.

Strategische Bündelung am Standort Sieglar

Kern des Vorhabens ist die Konzentration der bisherigen Klinikstandorte St. Josef Hospital (Troisdorf-Stadt) und St. Johannes Krankenhaus (Sieglar). Auf dem Gelände in Sieglar soll ein moderner, klimafreundlicher Erweiterungsneubau entstehen. Ingo Morell, Geschäftsführer der Maria Theresia Bonzel-Stiftung, betonte die Notwendigkeit dieses Schrittes: „Doppelstrukturen lassen sich mittelfristig weder wirtschaftlich noch aus Patientensicht sinnvoll aufrechterhalten.“

Das Bauprojekt folgt der Logik der neuen NRW-Krankenhausplanung, die eine stärkere Spezialisierung und Konzentration von Leistungen vorsieht. Durch die Bündelung von Expertise und Technik in einem zentralen Erweiterungsbau soll die Behandlungsqualität gesteigert und die Wirtschaftlichkeit der Infrastruktur langfristig gesichert werden. Die voraussichtliche Bauzeit wird mit etwa fünf Jahren veranschlagt.

Transformationsprozess läuft bereits

Obwohl der große Neubau erst jetzt durch die Förderung finalisiert wird, hat die Zusammenführung der Standorte bereits in den vergangenen zwei Jahren schrittweise begonnen: Seit Februar 2024 werden internistische und chirurgische Notfälle konzentriert in Troisdorf-Mitte versorgt, während die Neurologie inklusive Stroke-Unit in Sieglar beheimatet ist. Mitte 2025 wurde ein neuer Psychiatrie-Anbau in Sieglar eingeweiht. Bereits im September 2024 zog die Geburtsklinik nach Sieglar um, deren Kreißsäle 2025 umfassend modernisiert wurden. Bis zur Fertigstellung des Neubaus wird das St. Josef Hospital im Troisdorfer Zentrum die medizinische Versorgung der Bevölkerung weiterhin vollumfänglich mit sicherstellen.

Für Jan-Philipp Kasch, Geschäftsführer der GFO, bietet der Erweiterungsneubau die Chance, Grund- und Regelversorgung mit einer hocheffizienten Infrastruktur zu kombinieren. Mit der nun vorliegenden Förderzusage können die Detailplanungen für den „Campus Sieglar“ finalisiert werden. Das Projekt gilt als Musterbeispiel für die politisch gewollte Sektorenstärkung und den Abbau ineffizienter Doppelkapazitäten im stationären Sektor.

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