Gesundheitszentrum Süd in Bremen-Kattenturm eröffnet
Neues Versorgungsmodell bündelt Hebammenzentrum, Gesundheitspunkt und ÖGD-Angebote im Bremer Süden
Am 1. Juni 2026 ist in der ehemaligen Kinderklinik des Klinikums Links der Weser das Gesundheitszentrum Süd in Bremen-Kattenturm offiziell eröffnet worden. Es ist nach dem Standort in Gröpelingen das zweite Gesundheitszentrum dieser Art in der Stadt. Das neue Angebot vereint ein Hebammenzentrum, einen Gesundheitspunkt sowie Leistungen des Gesundheitsamtes unter einem Dach.
Mit der Eröffnung setzt die Stadt Bremen den Umbau der regionalen Versorgungsstrukturen im Rahmen der Neuausrichtung der Gesundheit Nord gGmbH weiter fort. Ziel ist es, niedrigschwellige Zugänge zur gesundheitlichen Versorgung im Stadtteil zu schaffen und insbesondere Prävention, Beratung und Koordination stärker miteinander zu verzahnen. Gesundheitssenatorin Claudia Bernhard bezeichnete das Projekt als wichtigen Baustein für eine zukunftsfähige und sozial gerechtere Gesundheitsversorgung. Das Bremer Modell verfolge das Ziel, bestehende Benachteiligungen im Zugang zu medizinischen und präventiven Leistungen abzubauen und Versorgung dort zu stärken, wo sie konkret benötigt werde.
Auch aus Sicht des Klinikmanagements wird der Umbau als strukturprägend bewertet. Der ärztliche Direktor des Klinikums Links der Weser, Dr. Arnd-Steffen Böhle, betonte die Bedeutung der Nachnutzung der ehemaligen Kinderklinik. Die Integration neuer Partner im Gebäude zeige, wie vernetzte und wohnortnahe Versorgungsstrukturen künftig ausgestaltet werden könnten. Trägerseitig ist unter anderem die Hans-Wendt-Stiftung eingebunden, die das Hebammenzentrum im Bremer Süden verantwortet. Laut Vorstand Jörg Angerstein habe sich das Konzept der Hebammenzentren in Bremen bereits an anderen Standorten bewährt und werde nun gezielt weiter ausgebaut.
Im Gesundheitszentrum Süd sind mehrere Einrichtungen des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (ÖGD) gebündelt worden. Dazu gehören unter anderem der Kinder- und Jugendgesundheitsdienst, Familienberatungsangebote sowie sozialmedizinische Unterstützungsleistungen für Familien im Stadtteil Kattenturm und Umgebung. Ergänzt wird das Angebot durch Gesundheitsfachkräfte im Quartier sowie spezielle Programme für junge Familien.
Strukturell ist das Projekt Teil eines umfassenden Transformationsprozesses, der bereits 2023 politisch beschlossen wurde. Im Zuge der Neuordnung der Bremer Krankenhauslandschaft werden stationäre Leistungen schrittweise an zentrale Standorte verlagert. Für den Standort im Bremer Süden ist mittelfristig eine weitere Umnutzung vorgesehen, bei der ambulante und gesundheitsnahe Angebote stärker in den Fokus rücken.
Damit entsteht im ehemaligen Klinikareal ein Versorgungsmodell, das klassische stationäre Strukturen zunehmend durch integrierte, sozialmedizinisch ausgerichtete Angebote ergänzt. Die vollständige Umstellung der stationären Versorgung im Umfeld ist derzeit bis Ende 2029 vorgesehen.




