GeNo plant weitreichenden Umbau des Klinikums Bremen-Ost
Somatische Versorgung soll an andere Standorte verlagert werden – rund 500 Stellen im Klinikverbund betroffen
Der kommunale Bremer Klinikverbund Gesundheit Nord (GeNo) plant eine weitreichende Neuordnung seiner Krankenhausstandorte. Das Klinikum Bremen-Ost soll künftig auf die psychiatrische und forensische Versorgung konzentriert werden. Die Behandlung körperlicher Erkrankungen würde dagegen an die Kliniken Bremen-Mitte und Bremen-Nord verlagert. Gleichzeitig sieht das Sanierungskonzept den Abbau von rund 500 Stellen im Klinikverbund vor. Hintergrund sind erhebliche wirtschaftliche Verluste und ein wachsender Finanzierungsbedarf.
Die Geschäftsführung stellte ihre Vorschläge am Freitag, 23. Oktober 2026, dem Aufsichtsrat vor. Wie buten un binnen unter Berufung auf ein internes Mitarbeiterschreiben berichtet, sind die Veränderungen Teil eines verschärften Sanierungsprogramms, mit dem eine drohende Insolvenz des kommunalen Krankenhausunternehmens abgewendet werden soll. Über die weitere Umsetzung soll der Bremer Senat am Dienstag, 27. Oktober, beraten.
Mit der geplanten Neuordnung würde das Klinikum Bremen-Ost einen wesentlichen Teil seines bisherigen medizinischen Leistungsspektrums verlieren. Die somatischen Fachbereiche sollen nach den Vorstellungen der Geschäftsführung an den anderen Standorten des Klinikverbunds gebündelt werden. Die psychiatrische Versorgung sowie der Maßregelvollzug sollen dagegen in Bremen-Ost erhalten bleiben. Damit würde sich die medizinische Ausrichtung des Standorts grundlegend verändern.
Auch der bereits eingeleitete Umbau des Klinikums Links der Weser soll fortgesetzt werden. Dessen stationäre Leistungen werden im Rahmen der langfristigen Restrukturierung insbesondere an das Klinikum Bremen-Mitte verlagert. Am bisherigen Standort ist eine stärkere Konzentration ambulanter Versorgungsangebote vorgesehen. (1)
Rund 500 Arbeitsplätze sollen entfallen
Nach Recherchen von buten un binnen sollen im Zuge der Sanierung rund 500 Stellen im gesamten Klinikverbund abgebaut werden. Dabei werden auch betriebsbedingte Kündigungen nicht ausgeschlossen. Wie sich die Stellenreduzierungen auf die einzelnen Standorte und Berufsgruppen verteilen sollen, ist bislang nicht konkret bekannt. Die wirtschaftliche Situation der GeNo hatte sich bereits im September deutlich verschlechtert. Für 2026 rechnet der Klinikverbund mit einer Finanzlücke von rund 20 Millionen Euro. Im kommenden Jahr könnte das Defizit nach Angaben der Geschäftsführung auf etwa 40 Millionen Euro steigen.
Bremens Gesundheitssenatorin Claudia Bernhard hatte bereits Anfang September erhebliche Erlöseinbrüche und Kostensteigerungen bestätigt. Zugleich verwies sie auf zusätzliche wirtschaftliche Belastungen durch bundesgesetzliche Änderungen der Krankenhausfinanzierung. (2)
Senat berät am 27. Oktober über Sanierungsplan
Die vorgestellten Maßnahmen sind noch keine endgültig beschlossene Umstrukturierung. Der Bremer Senat soll am 27. Oktober über die Vorschläge beraten. Zuvor befasst sich der Koalitionsausschuss mit der wirtschaftlichen Lage des Klinikverbunds. Offen bleiben insbesondere der zeitliche Ablauf der geplanten Leistungsverschiebungen, die personellen Auswirkungen sowie die Finanzierung der notwendigen strukturellen Veränderungen.
Für die Gesundheit Nord würde die Umsetzung eine grundlegende Neuordnung der stationären Versorgung bedeuten. Die geplante Konzentration somatischer Leistungen auf Bremen-Mitte und Bremen-Nord geht deutlich über die bereits zuvor angekündigten Einsparungen bei Betten, Leiharbeit und Verwaltung hinaus.
Eine Entscheidung über den Sanierungsplan sowie verbindliche Angaben zu den einzelnen Leistungs- und Personalverlagerungen stehen noch aus.







