Bezirkskrankenhaus Kaufbeuren plant 150-Millionen-Euro-Umbau
Neuer Bettentrakt mit 202 Betten geplant – umfassende Neustrukturierung der Psychiatrie vorgesehen
Das Bezirkskrankenhaus (BKH) Kaufbeuren stellt die Weichen für seine künftige Entwicklung: Anlässlich des 150-jährigen Bestehens plant der Standort der Bezirkskliniken Schwaben Investitionen in Höhe von rund 150 Millionen Euro. Kern des Vorhabens ist der Neubau eines Bettentrakts mit 202 stationären Betten, mit dem die psychiatrische Klinik grundlegend neu strukturiert werden soll.
Wie die Bezirkskliniken Schwaben mitteilen, ist der geplante Bettentrakt mit einem Investitionsvolumen von rund 80 Millionen Euro die größte Einzelmaßnahme der kommenden Jahre. Vorgesehen ist ein Ersatzneubau für den bisherigen G-Bau, der als größtes bettenführendes Gebäude am Standort abgerissen werden soll. An seiner Stelle soll abschnittsweise ein modernes, energieeffizientes Gebäude mit zeitgemäßen Pflege- und Behandlungsbedingungen entstehen. Der Neubau wird nach Angaben des Klinikträgers Auswirkungen auf die Erschließung des gesamten Klinikgeländes, einschließlich Verkehrsführung und Parkflächen, haben.
Die Planungen wurden Oberbürgermeister Stefan Bosse von Stefan Brunhuber, Vorstandsvorsitzender der Bezirkskliniken Schwaben, gemeinsam mit Raphael Ziegler, Leiter des Service-Centers Bau, sowie der Krankenhausleitung des BKH Kaufbeuren vorgestellt. Ein Generalplaner aus München ist bereits beauftragt, ein erstes Auftaktmeeting mit Begehung des Geländes hat stattgefunden. Die Fertigstellung der Planungen ist bis Ende 2026 vorgesehen, anschließend sollen sie der Regierung von Schwaben zur Prüfung vorgelegt werden. Ziel ist die Aufnahme des Projekts in das Krankenhausbauprogramm des Freistaates Bayern.
Bereits in den vergangenen Jahren wurden am Standort erhebliche Mittel investiert. Seit 2014 flossen über 50 Millionen Euro unter anderem in den Neubau und die Sanierung der Forensischen Psychiatrie, gefördert durch den Freistaat Bayern. Hinzu kamen Investitionen in Mitarbeiterwohnungen, energetische Maßnahmen wie Photovoltaikanlagen, die Sanierung von Bestandsgebäuden sowie die Errichtung eines Gedenkplatzes zur NS-Vergangenheit des Standorts.
Parallel zum Großprojekt der psychiatrischen Klinik sind weitere Maßnahmen geplant: Ab 2027 soll ein Ersatzneubau für die Therapieschreinerei realisiert werden, finanziert durch das Amt für Maßregelvollzug. Zudem investiert das BKH rund zwei Millionen Euro aus Eigenmitteln in die Erweiterung einer spezialisierten Abteilung für Menschen mit Intelligenzminderung und Autismus, um dem steigenden Versorgungsbedarf gerecht zu werden.
Mit derzeit mehr als 1.000 Beschäftigten zählt das BKH Kaufbeuren zu den größten Arbeitgebern der Stadt. Oberbürgermeister Bosse würdigte die Entwicklung des Standorts und betonte die Bedeutung der Investitionen für die regionale psychiatrische Versorgung.




