Legacy Health modernisiert Epic-Infrastruktur mit Pure Storage
US-Klinikverbund migriert EHR-Plattform auf Nutanix und NVMe-over-TCP – Upgrades künftig ohne Ausfallzeiten
Im März 2024 hat der US-amerikanische Klinikverbund Legacy Health seine elektronische Patientenakte (EHR) grundlegend modernisiert. Wie das Unternehmen mitteilt, betreibt es sein Epic Systems-System nun produktiv auf einer Speicherplattform von Pure Storage in Kombination mit dem Hypervisor von Nutanix. Ziel der Umstellung war es, Stabilität, Performance und unterbrechungsfreie Upgrades im laufenden Klinikbetrieb sicherzustellen.
Legacy Health ist mit acht Krankenhäusern und mehr als 70 Kliniken der größte private gemeinnützige Gesundheitsdienstleister im US-Bundesstaat Oregon. Jährlich werden rund 1,5 Millionen Patientinnen und Patienten versorgt. Vor dem Hintergrund begrenzter Budgets stand der Verbund 2023 vor einer strategischen IT-Entscheidung: Epic lief auf Microsoft Hyper-V – einer Plattform, die von Epic nicht länger unterstützt wurde. Eine Migration war zwingend erforderlich.
Nach Angaben des Unternehmens gehörte Legacy Health zu lediglich zwei Epic-Kunden, die Hyper-V produktiv nutzten. Mit dem Wegfall der Unterstützung musste die geschäftskritische Anwendung kurzfristig auf eine neue Architektur überführt werden. Die bisherige dreistufige Infrastruktur – bestehend aus Cisco UCS, MDS und Pure Storage – hatte zudem das Ende ihres Lebenszyklus erreicht.
Die zunächst in Betracht gezogene Migration auf VMware ESXi verzögerte sich. In der Folge entwickelte das IT-Team gemeinsam mit Epic, Pure Storage und Nutanix ein alternatives Architekturmodell: Epic sollte direkt auf Nutanix Virtual Machines betrieben werden, angebunden an Pure Storage über NVMe-over-TCP. Dieser Ansatz war für produktive Epic-Workloads zuvor nicht etabliert.
Marc Heynderickx, Principal Engineer bei Legacy Health, beschreibt die Ausgangslage: „Unsere Daten sind die Grundlage für so viele Bereiche unserer Umgebung […] In bestimmten Situationen kommt es auf Sekunden an.“ Die neue Plattform erreichte laut Unternehmensangaben eine Performance, die innerhalb von fünf Prozent der internen Testkapazitäten von Pure Storage lag.
Produktiver Betrieb seit März 2024
Seit März 2024 betreibt Legacy Health seine operative Epic-Datenbank produktiv auf der FlashArray//XL-Plattform von Pure Storage. Nach Unternehmensangaben ermöglicht die Architektur Hardware- und Software-Upgrades ohne Ausfallzeiten. Insbesondere im 24/7-Betrieb von Notaufnahmen und bildgebenden Verfahren sei diese Fähigkeit entscheidend.
„Mit Evergreen//Forever erhalten wir nahtlose Hardware- und Software-Upgrades, die ohne Unterbrechungen durchgeführt werden können“, so Heynderickx. Für das IT-Management bedeute dies eine Abkehr von komplexen, risikobehafteten Migrationsprojekten hin zu einer kontinuierlichen Weiterentwicklung.
Bedeutung für Klinikbetrieb und IT-Strategie
Für die klinischen Bereiche berichtet Legacy Health von reduzierten Störungen und stabileren Zugriffszeiten auf EHR-Daten – primär in zeitkritischen Situationen wie der Notfalltriage. Gleichzeitig soll die einheitliche Datenschicht hybride Szenarien zwischen On-Premises- und Cloud-Umgebungen unterstützen.
Aus Sicht des Krankenhausmanagements zeigt das Projekt, wie IT-Modernisierung auch unter finanziellen Restriktionen umgesetzt werden kann. Der Verbund sieht sein Modell als reproduzierbar für andere Einrichtungen, insbesondere angesichts steigender Infrastrukturkosten.
Die Weiterentwicklung umfasst perspektivisch auch Cloud-Workloads, unter anderem in Microsoft Azure, um Datenmanagement und Kosteneffizienz zu optimieren.




