NRW-Kliniken: Nur jedes zehnte Patientenzimmer ist gekühlt
KGNW-Umfrage zeigt großen Nachholbedarf beim Hitzeschutz – Land plant 200-Millionen-Euro-Förderprogramm
In den Krankenhäusern Nordrhein-Westfalens verfügt derzeit nur etwa jedes zehnte Patientenzimmer über eine Kühlung oder Klimaanlage. Auch in den Notaufnahmen besteht erheblicher Nachholbedarf: Gut 40 Prozent sind überhaupt nicht und weitere knapp 28 Prozent nur teilweise klimatisiert. Das zeigt eine repräsentative Umfrage der Krankenhausgesellschaft Nordrhein-Westfalen (KGNW).
Deutlich besser ist die Situation in medizinischen Hochleistungsbereichen. Mehr als 96 Prozent der OP-Säle sind vollständig gekühlt oder klimatisiert. Auf den Intensivstationen stehen 82,6 Prozent der Betten in klimatisierten Räumen, weitere 8,8 Prozent in teilweise gekühlten Bereichen. Bei den Kreißsälen verfügen rund zwei Drittel über eine vollständige Klimatisierung oder Kühlung. Bei 23 Prozent fehlt eine entsprechende Anlage vollständig.
An der Erhebung vom 14. bis 27. August 2026 beteiligten sich 116 Krankenhäuser mit 195 Standorten. Insgesamt erfasst die Umfrage damit 195 der 526 Krankenhausstandorte in Nordrhein-Westfalen.
NRW plant 200 Millionen Euro für Hitzeschutz
KGNW-Präsident Ingo Morell sieht in den Ergebnissen einen Ausdruck des langjährigen Investitionsstaus. Er begrüßt deshalb das angekündigte Förderprogramm der Landesregierung für Klimaanlagen, aktive Kühlsysteme und Verschattung. Über drei Jahre sollen dafür insgesamt 200 Millionen Euro bereitgestellt werden.
Die KGNW weist zugleich auf die Folgekosten hin. Mit zusätzlichen Klimaanlagen und Kühlsystemen steige dauerhaft der Energiebedarf der Krankenhäuser. Morell fordert deshalb, die höheren Betriebskosten künftig auch in der Krankenhausfinanzierung zu berücksichtigen.




