IWiG: SPGA setzt neuen Standard in der Gesundheitsökonomie
Innovative Methode ermöglicht verursachungsgerechte Kostenzuordnung entlang klinischer Versorgungsprozesse
Steigende Kosten, moderne Therapien und tiefgreifende Strukturreformen erhöhen den Druck auf Krankenhäuser, Kostenträger und Industrie, Entscheidungen auf fundierter ökonomischer Basis zu treffen. Das Institut für Workflow-Management im Gesundheitswesen (IWiG) stellt mit der Softwarebasierten Prozessualen Gesundheitsökonomischen Analyse (SPGA) eine innovative Methode vor, die Kosten dort abbildet, wo sie tatsächlich entstehen – im klinischen Versorgungsprozess.
Bisherige Kalkulationsverfahren wie Zuschlagskalkulationen (InEK), DRG-Kalkulationen oder Cost-of-Illness-Studien liefern zwar wertvolle Informationen über durchschnittliche Kosten großer Patientenkollektive, berücksichtigen jedoch die realen klinischen Abläufe, Prozessvarianten und den konkreten Ressourceneinsatz nur eingeschränkt. Das Ergebnis sei häufig ein verzerrtes Kostenbild, das nur pauschale Aussagen zulässt, etwa: „Die Kosten für dieses Krankheitsbild sind zu hoch.“ Konkrete Ansatzpunkte zur Prozesssteuerung oder Optimierung lassen sich daraus kaum ableiten.
Die SPGA-Methode setzt an diesem Punkt an: Sie modelliert konkrete, reale Behandlungspfade für klar definierte Patientengruppen. Im Fokus stehen Fragen wie:
- Wer erbringt welche Leistungen?
- Wann finden diese statt?
- Wie lange dauern sie?
- Welche personellen und strukturellen Ressourcen werden dabei gebunden?
Kosten werden bei SPGA verursachungsgerecht den Aktivitäten innerhalb der Prozesse zugeordnet. Dabei werden sowohl der Komplexitätseffekt – komplexere Leistungen verursachen höhere Kosten – als auch der Allokationseffekt berücksichtigt, bei dem die Kostenzuordnung auf Basis real genutzter Ressourcen erfolgt, insbesondere der menschlichen Arbeitsleistung.
Das Ergebnis ist ein transparentes, nachvollziehbares Prozess- und Kostenmodell, das sich für strategische Fragestellungen eignet, etwa bei Strukturveränderungen, Einführung neuer Therapien oder der Entwicklung sektorübergreifender Versorgungskonzepte.
Zu den Vorteilen des SPGA-Einsatzes zählen:
- Verbesserte Kostentransparenz
- Strategische Kalkulation in frühen Entwicklungsphasen
- Differenzierte Variantenkalkulation
- Gesteigertes Kostenbewusstsein bei allen Beteiligten
- Gezielte Unterstützung der Prozessgestaltung
Ziel der SPGA-Methode ist die Schaffung einer objektiven, faktenbasierten Datenlage, die nachvollziehbare Entscheidungen ermöglicht und gleichzeitig die Optimierung der zentralen Versorgungsparameter Kosten, Zeit und Qualität unterstützt. SPGA ist damit kein weiteres Kostenstudieninstrument, sondern ein Werkzeug zur aktiven Steuerung moderner Gesundheitsversorgung.




