InEK-Chef fordert Relaunch der Hybrid-DRG

Heimig sieht System als nicht kalkulierbar – Kritik an Vergütungslogik und Abgrenzung zwischen ambulant und stationär

Auf dem DRG|FORUM in Berlin hat Frank Heimig, Geschäftsführer des Institut für das Entgeltsystem im Krankenhaus, deutliche Kritik an den Hybrid-DRG geäußert. Das derzeitige System sei nicht tragfähig und müsse grundlegend überarbeitet werden, berichtet der BibliomedManager.

Im Mittelpunkt der Kritik steht nach Darstellung Heimigs die fehlende Kalkulierbarkeit der Hybrid-DRG. Insbesondere die Vergütungslogik führe zu widersprüchlichen Anreizen im Klinikalltag. So erhalten Krankenhäuser bei bestimmten Eingriffen unabhängig vom tatsächlichen Leistungsumfang identische Erlöse.

Ein weiteres strukturelles Problem sieht das Institut für das Entgeltsystem im Krankenhaus in der fehlenden Vergleichbarkeit der Abrechnungssysteme. Die Hybrid-DRG sollen Leistungen sektorübergreifend vergüten, stoßen jedoch an Grenzen, weil ambulante und stationäre Abrechnungslogiken unterschiedlich ausgestaltet sind.

Während Krankenhäuser tendenziell Erlöseinbußen hinnehmen müssten, werde der ambulante Sektor teilweise deutlich aufgewertet – teils um ein Vielfaches. Dieser Zielkonflikt sei bislang nicht ausreichend adressiert worden.

Für das Jahr 2026 rechnet Heimig mit rund 950.000 Fällen, die über Hybrid-DRG abgerechnet werden – und damit unterhalb der ursprünglich angestrebten Marke von einer Million. Perspektivisch sieht der Gesetzgeber jedoch eine deutliche Ausweitung vor: Ab 2028 sollen mindestens 1,5 Millionen Fälle, ab 2030 sogar zwei Millionen Fälle über dieses System laufen.

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