Rotkreuzhof in Würzburg soll Zentrum für Patienten- und Angehörigenbegleitung werden
Neues Angebot soll Versorgungslücke zwischen Klinik und Zuhause schließen
Im historischen Rotkreuzhof in Würzburg-Oberdürrbach soll ein neues Zentrum für Patienten- und Angehörigenbegleitung entstehen. Der Verein „Hilfe im Kampf gegen Krebs“ hat die Planungen für das Projekt gestartet, das Patientinnen und Patienten sowie ihre Familien während schwerer Erkrankungen und komplexer medizinischer Behandlungen unterstützen soll. Geplant sind rund 18 barrierearme Appartements, Beratungs- und Schulungsangebote sowie Räume für Begegnung und Selbsthilfe.
Das geplante Zentrum soll eine Versorgungslücke zwischen stationärer Behandlung, ambulanter Therapie und dem häuslichen Umfeld schließen. Hintergrund sind die zunehmende Ambulantisierung der Medizin und kürzere Krankenhausaufenthalte. Gleichzeitig müssen Patientinnen und Patienten für spezialisierte Behandlungen teilweise weite Wege zurücklegen. Für Angehörige können dadurch erhebliche organisatorische und soziale Belastungen entstehen, insbesondere wenn Übernachtungsmöglichkeiten in der Nähe des Behandlungsortes fehlen.
Der Verein „Hilfe im Kampf gegen Krebs“ will deshalb im Rotkreuzhof ein Angebot schaffen, das Wohnen auf Zeit mit psychosozialer Begleitung, Beratung, Bildung und Selbsthilfe verbindet. Die geplanten Appartements sollen Patientinnen und Patienten sowie ihren Angehörigen eine gemeinsame Unterbringung während einer Behandlung oder in Übergangsphasen nach einem Klinikaufenthalt ermöglichen.
Das Konzept basiert nach Angaben der Initiatoren auf drei Säulen: Wohnen auf Zeit, Begleitung sowie Bildung und Austausch. Neben den Appartements sind Gemeinschafts- und Aufenthaltsbereiche, Beratungsräume sowie Seminar- und Schulungsräume vorgesehen. Auch Selbsthilfegruppen, soziale Einrichtungen und Beratungsdienste sollen die Räumlichkeiten künftig nutzen können.
Das Zentrum soll ausdrücklich keine Pflegeeinrichtung, kein Hospiz und keine Rehabilitationsklinik sein. Auch eine Nutzung als klassisches Hotel ist nicht vorgesehen. Vielmehr soll der Rotkreuzhof als sozialmedizinische Begleitinfrastruktur zwischen medizinischer Versorgung und häuslichem Umfeld fungieren.
Das Angebot richtet sich nicht ausschließlich an Menschen mit Krebserkrankungen. Nach Angaben des Vereins sollen grundsätzlich Patientinnen und Patienten mit schweren Erkrankungen oder komplexem medizinischem Unterstützungsbedarf sowie deren Angehörige profitieren können.
Die Stiftung Juliusspital Würzburg unterstützt das Vorhaben und stellt dem Verein die historische Hofanlage im Rahmen eines langfristigen Erbbaurechts zur Verfügung. Das rund 9.500 Quadratmeter große, denkmalgeschützte Anwesen in Würzburg-Oberdürrbach blickt auf eine fast 800-jährige Geschichte zurück.
Für die Finanzierung des Projekts sind mehrere Bausteine vorgesehen. Dazu gehören Großspenden und Zuwendungen, Fördermittel von Stiftungen und öffentlichen Programmen, Förderdarlehen sowie Eigenmittel und bürgerschaftliches Engagement. Parallel zur Konkretisierung der baulichen Planung sollen weitere Finanzierungsquellen erschlossen werden.
Im ersten Bauabschnitt sollen die Appartements, Gemeinschaftsbereiche sowie Seminar-, Beratungs- und Verwaltungsräume entstehen. Die vorhandenen Garten- und Außenanlagen sollen dabei weitgehend erhalten bleiben.




