Martin Forster geht nach über 21 Jahren an der Spitze des Städtischen Krankenhauses Pirmasens in den Ruhestand

Langjähriger Geschäftsführer übergibt wirtschaftlich konsolidierten Schwerpunktversorger an seinen Nachfolger Christian Koob

Martin Forster beendet nach langjähriger Tätigkeit seine Arbeit als Geschäftsführer der Städtischen Krankenhaus Pirmasens gGmbH.Foto: Städtisches Krankenhaus Pirmasens gGmbH

Martin Forster beendet nach langjähriger Tätigkeit seine Arbeit als Geschäftsführer der Städtischen Krankenhaus Pirmasens gGmbH.
Foto: Städtisches Krankenhaus Pirmasens gGmbH

Nach mehr als zwei Jahrzehnten an der Spitze der Städtischen Krankenhaus Pirmasens gGmbH ist Martin Forster zum Jahresende 2025 in den Ruhestand verabschiedet worden. Der studierte Wirtschaftswissenschaftler leitete das kommunale Krankenhaus seit dem 1. Juni 2004 und prägte dessen Entwicklung maßgeblich – sowohl in wirtschaftlich herausfordernden Phasen als auch im strukturellen und medizinischen Ausbau. Zum 1. Januar 2026 hat sein bisheriger Stellvertreter Christian Koob die Geschäftsführung übernommen. Ihm zur Seite stehen der Ärztliche Geschäftsführer Dr. med. Jörn Weymann, der Ärztliche Direktor Dr. med. Rolf Bächle sowie Pflegedirektor Bernd Henner und Verwaltungsdirektor Gero Matheis.

Konsolidierung und strukturelle Neuausrichtung

Forster übernahm die Geschäftsführung in einer wirtschaftlich angespannten Situation. Neben organisatorischen Defiziten belasteten die Übernahme des Krankenhauses Dahn sowie eine Unterbelegung und veraltete Strukturen das Unternehmen. In den Folgejahren setzte er auf tiefgreifende Strukturmaßnahmen, darunter die Schließung des Standorts Dahn Ende 2005 unter sozialverträglichen Bedingungen sowie eine gezielte Neuausrichtung des medizinischen Leistungsspektrums.

Dazu gehörten unter anderem der Ausbau der Inneren Medizin mit eigenständiger Kardiologie, die Etablierung neuer Fachabteilungen wie Gastroenterologie, Gefäßchirurgie sowie Plastische und Handchirurgie und die deutliche Erweiterung der psychiatrischen Versorgung. Diese Maßnahmen trugen nicht nur zur Verbesserung der regionalen Versorgung bei, sondern stärkten auch nachhaltig die Wirtschaftlichkeit des Hauses.

Technologische Weiterentwicklung und regionale Sicherung

In den vergangenen Jahren lag ein weiterer Schwerpunkt auf der Modernisierung der baulichen und digitalen Infrastruktur. Dazu zählen insbesondere Investitionen in die Klinik-IT, das Krankenhausinformationssystem sowie die Einführung der elektronischen Patientenakte. Mit der Übernahme des St. Elisabeth-Krankenhauses Rodalben zum 1. Januar 2022 wurde zudem ein weiterer Abbau stationärer Kapazitäten in der Region verhindert.

Ein zentraler Zukunftsbaustein ist der geplante Erweiterungsbau am Standort Pirmasens mit einem Investitionsvolumen von rund 190 Millionen Euro, dessen erster Bauabschnitt bis 2031 realisiert werden soll. Parallel positionierte sich das Haus frühzeitig bei der Integration internationaler Pflegefachkräfte; laut Krankenhausangaben musste bislang keine Fachabteilung aus Personalmangel geschlossen werden.

Einordnung zur Krankenhausreform

Mit Blick auf die aktuellen Reformvorhaben im Krankenhaussektor äußerte sich Forster kritisch. Er verweist auf den steigenden ökonomischen Druck infolge gekürzter Mittel und verschärfter Rahmenbedingungen bei der Personalgewinnung. „Kleinstrukturiertheit ist vor diesem Hintergrund nicht mehr finanzierbar“, erklärte er und betonte die Bedeutung der regionalen Bündelung von Kapazitäten.

Gleichzeitig sieht er das Krankenhaus organisatorisch und personell gut vorbereitet auf den wachsenden Ambulantisierungsdruck und den anstehenden Generationenwechsel in leitenden ärztlichen Funktionen.

Würdigung durch die Stadt

Markus Zwick, Oberbürgermeister der Stadt Pirmasens und Vorsitzender des Aufsichtsrats, würdigte Forsters langjährige Tätigkeit ausdrücklich. Er betonte, dass sich das Krankenhaus unter seiner Leitung „hervorragend entwickelt“ habe und die medizinische Versorgung der Region nachhaltig gestärkt worden sei.

Mit dem Abschied von Martin Forster endet eine prägende Ära für das Städtische Krankenhaus Pirmasens. Die konsequente wirtschaftliche Konsolidierung, der strategische Ausbau des Leistungsspektrums und die frühzeitige Ausrichtung auf strukturelle Veränderungen im Krankenhauswesen bilden eine stabile Ausgangsbasis für die zukünftige Entwicklung des kommunalen Schwerpunktversorgers – in einem Umfeld zunehmender Reformdynamik und finanzieller Belastungen.

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