Klinikum Region Hannover trotzt Krisen: Defizit deutlich geringer als Branchenschnitt
Medizinstrategie 2030 sorgt für stabile Fallzahlen, wachsende Mitarbeiterzahlen und verbesserte Finanzlage
Trotz herausfordernder politischer Vorgaben und struktureller Veränderungen im Gesundheitswesen konnte das Klinikum Region Hannover (KRH) im Geschäftsjahr 2024 seine betrieblichen Erträge und Fallzahlen steigern. Während laut der aktuellen Roland Berger-Krankenhausstudie rund 89 Prozent der öffentlichen Kliniken 2024 ein Defizit schreiben, liegt das Minus beim KRH mit -2 Prozent des Umsatzes bzw. -16,6 Mio. Euro deutlich unter dem Branchendurchschnitt. Bereinigt um Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) beträgt das Minus fünf Millionen Euro, womit die ursprüngliche Planung von -30,8 Millionen Euro deutlich übertroffen wurde. Der Aufsichtsrat billigte den Jahresabschluss in seiner jüngsten Sitzung.
Regionspräsident und Aufsichtsratsvorsitzender Steffen Krach bewertet das Ergebnis als bemerkenswert: „Wir alle wissen um die schwierige wirtschaftliche Situation der Krankenhäuser: Der jahrelange Investitionsstau und die strukturelle Unterfinanzierung sind Probleme, die sich nicht von heute auf morgen lösen lassen. Das KRH behauptet sich im Vergleich zu anderen Kliniken und Klinikverbünden in dieser Phase der Umstrukturierungen und Neuausrichtungen sehr gut.“ Ausschlaggebend sei die frühzeitig initiierte Medizinstrategie 2030, die eine Neuordnung des Versorgungsangebots in der Region vorsieht.
Das Krankenhausversorgungsverbesserungsgesetz (KHVVG) wird die Finanzierung und Struktur der Kliniken grundlegend verändern. Künftig sollen Leistungen stärker an definierte Versorgungsaufträge und Leistungsgruppen gebunden sein, was für viele Häuser eine Neuausrichtung erforderlich macht. Die KRH-Geschäftsführung sieht in diesen Veränderungen Chancen für Leistungsbündelung und Qualitätssteigerung.
Barbara Schulte, Geschäftsführerin Finanzen und Infrastruktur, hebt hervor: „Mit den vielfältigen Maßnahmen und der konsequenten Steuerung im Jahr 2024 sind wir bereits auf einem sehr guten Weg. Die somatischen Fallzahlen (stationär und ambulant) lagen bei rund 282.000, die Belegungstage in der Psychiatrie bei 255.000. Mit Investitionen von fast 40 Millionen Euro und einem Anstieg der betrieblichen Erträge um zehn Millionen Euro auf fast 771 Millionen Euro haben wir wichtige Grundlagen für ein ausgeglichenes operatives Ergebnis geschaffen.“
Dr. Matthias Bracht, Geschäftsführer Medizin, ergänzt: „Es ist gut, dass das KRH früh eine mutige Richtungsentscheidung getroffen hat. Die Umsetzung der Medizinstrategie 2030 erfordert Engagement von allen Mitarbeitenden. Ein gemeinsames Ziel und ein verbindlicher Plan sind entscheidend, um die hochwertige Versorgung in der Region Hannover sicherzustellen.“
Erfreulich ist auch die Mitarbeiterentwicklung: Im Jahresdurchschnitt 2024 beschäftigte das KRH rund 8.800 Mitarbeitende, etwa 200 mehr als im Vorjahr. Michael Born, Geschäftsführer Personal, betont: „Viele entscheiden sich bewusst für eine Aufgabe bei uns, weil sie den Umbruch aktiv mitgestalten wollen. Das KRH ist ein sicherer Arbeitgeber, fest in der Region verankert und von Patientinnen und Patienten geschätzt.“
Mit Blick auf 2025 rechnet die Geschäftsführung weiterhin mit großen Herausforderungen, zeigt sich jedoch überzeugt, diese im engen Schulterschluss mit der Region, mit unternehmerischem Mut und Stabilität, meistern zu können.




