Klinikum Dresden bündelt stationäre Medizin in Friedrichstadt
Trachau soll zum ambulanten Gesundheitsquartier werden – Bettenbedarf sinkt bis 2035 auf 1.345
Das Städtische Klinikum Dresden will seine stationäre somatische Versorgung in den kommenden Jahren schrittweise am Standort Friedrichstadt konzentrieren. Das sieht das aktualisierte Zukunftskonzept 2035 vor. Wie das Klinikum mitteilt, soll Neustadt/Trachau langfristig überwiegend zu einem ambulanten Gesundheitsquartier weiterentwickelt werden; Weißer Hirsch soll sich auf psychische Gesundheit konzentrieren, während in Löbtau die geriatrische Rehabilitation bestehen bleibt.
Der Umbau ist Teil einer langfristigen Neuordnung der vier Standorte. Alle stationären somatischen Leistungen sollen perspektivisch auf dem Campus Friedrichstadt zusammengeführt und dort stärker in organspezifischen Zentren organisiert werden. Das Klinikum begründet die Konzentration unter anderem mit Fachkräftemangel, dem Trend zur Ambulantisierung und der schwierigen Doppelvorhaltung von Personal und Medizintechnik an mehreren Standorten.
Bettenbedarf sinkt auf 1.345
Mit dem neuen Zielbild wird auch die Bettenplanung angepasst. Nach Angaben des Klinikums gehen Prognosen für die Region Dresden bis 2035 von einem Rückgang der stationären Patientenzahlen um rund 12 Prozent aus. Der ursprünglich 2021 angesetzte Bedarf von 1.428 Betten wird deshalb auf 1.345 Betten im Jahr 2035 reduziert. Das medizinische Leistungsspektrum soll nach Angaben des Hauses dennoch erhalten bleiben.
Die Bündelung in Friedrichstadt soll zugleich eine stärkere Zentrenbildung ermöglichen. Das Klinikum plant unter anderem spezialisierte Strukturen für Neuro-, Herz- und Gefäßmedizin, Altersmedizin, Onkologie, Mutter und Kind sowie die Notfallversorgung.
Trachau: SÜV als mögliche Perspektive
Der Standort Neustadt/Trachau soll seinen Charakter dagegen grundlegend verändern. Vorgesehen ist ein Gesundheitsquartier mit deutlich stärkerem ambulanten Schwerpunkt. Ausgebaut werden sollen unter anderem Medizinische Versorgungszentren, ambulante spezialfachärztliche Versorgung und weitere ambulante Angebote. Wie das Städtische Klinikum erläutert, wird für Trachau in Phase 2 des Zukunftskonzepts ausdrücklich auch die Entwicklung einer sektorenübergreifenden Versorgungseinrichtung (SÜV) geprüft. Alternativ beziehungsweise ergänzend stehen somatische Betten ohne eigene Notfallversorgung zur Diskussion. Damit könnte der Standort langfristig eine Versorgungsrolle erhalten, die zwischen klassischer stationärer Krankenhausversorgung und ambulanten Strukturen liegt.
Die Umwandlung soll jedoch nicht kurzfristig erfolgen. Nach Angaben des Klinikums bleibt die Notfallversorgung in Neustadt/Trachau mindestens bis Mitte der 2030er-Jahre erhalten. Erst anschließend und nur bei entsprechender Zustimmung des Dresdner Stadtrats ist der schrittweise Übergang zum ambulanten Gesundheitsquartier vorgesehen.
Stadtrat entscheidet über nächste Phase
Das Zukunftskonzept wurde bereits 2021 grundsätzlich beschlossen, aufgrund veränderter Rahmenbedingungen aber inzwischen überarbeitet. Die Dresdner Gremien beraten nun über die nächste Phase für den Zeitraum 2026 bis 2030. Am Ende steht eine erneute Entscheidung des Stadtrats über die weitere Umsetzung.
Für das Städtische Klinikum Dresden ist das Konzept damit ein umfassender Strukturumbau: stationäre Somatik wird in Friedrichstadt konzentriert, Trachau stärker ambulant ausgerichtet und die Zahl der benötigten Betten reduziert. Die vier bisherigen Standorte sollen erhalten bleiben, künftig jedoch deutlich unterschiedliche Versorgungsprofile übernehmen.




