Klinikum Bielefeld setzt auf Doppelspitze in der Geschäftsführung
Prof. Dr. Annegret Kuhn wird Medizinische Geschäftsführerin ab April 2026

Prof. Dr. Annegret Kuhn, MBA, wird zum 1. April 2026 Medizinische Geschäftsführerin und bildet mit Michael Ackermann die neue Doppelspitze der Geschäftsführung am Klinikum Bielefeld.
Foto: Klinikum Bielefeld
Bielefeld – Die Geschäftsführung des Klinikums Bielefeld wird zum 1. April 2026 erweitert. Der Aufsichtsrat der Klinikum Bielefeld gem. GmbH hat Prof. Dr. Annegret Kuhn, MBA, in einer außerordentlichen Sitzung am 18. Dezember 2025 einstimmig zur Medizinischen Geschäftsführerin berufen. In der neu geschaffenen Position wird sie das Klinikum künftig gleichberechtigt gemeinsam mit dem Kaufmännischen Geschäftsführer Michael Ackermann führen.
Mit der Berufung etabliert das Klinikum Bielefeld dauerhaft eine Doppelspitze in der Geschäftsführung. Hintergrund ist der Transformationsprozess zum Universitätsklinikum OWL und die wachsende Bedeutung universitärer Aufgaben in Versorgung, Forschung und Lehre. Die bisher befristete Struktur der Betriebsleitung und der Direktion für Universitäre Medizin endet planmäßig zum 31. März 2026.
Prof. Kuhn bringt eine langjährige Laufbahn als Ärztin, Wissenschaftlerin und Healthcare-Managerin mit. Seit 1994 ist sie in universitären und außeruniversitären Einrichtungen tätig. Zu ihren beruflichen Stationen zählen unter anderem leitende Funktionen am Universitätsklinikum Münster sowie die Tätigkeit als Ärztliche Direktorin des Klinikums Passau. Dort verantwortete sie unter anderem die medizinische Gesamtsteuerung während der Corona-Pandemie und war maßgeblich an der Entwicklung des „Medizincampus Niederbayern“ beteiligt, der zum Wintersemester 2024/2025 gestartet ist.
Die neue Medizinische Geschäftsführerin ist Fachärztin für Dermatologie und Venerologie mit Zusatzbezeichnung Allergologie. Sie promovierte und habilitierte an der Universität Düsseldorf und ist seit 2007 außerplanmäßige Professorin. Wissenschaftlich ist sie insbesondere durch ihre Arbeiten in der translationalen Forschung, unter anderem zu seltenen Autoimmunerkrankungen der Haut, ausgewiesen. Prof. Kuhn ist Autorin von über 200 wissenschaftlichen Publikationen und war als Heisenberg- und Lise-Meitner-Stipendiatin an zahlreichen Drittmittelprojekten beteiligt.
Neben ihrer wissenschaftlichen Tätigkeit verfügt Kuhn über umfangreiche Management- und Digitalisierungserfahrung. Sie erwarb einen MBA im Healthcare Management an der Universität Bayreuth und absolvierte zahlreiche Weiterbildungen im Bereich digitaler Transformation und Künstlicher Intelligenz im Gesundheitswesen, unter anderem an der Harvard Medical School. Zuletzt war sie als Gründerin und CEO eines Unternehmens für sektorenübergreifende, digital gestützte ambulante Versorgungsmodelle tätig.
Mit Blick auf ihre neue Aufgabe erklärt Prof. Kuhn: „Ich bin überzeugt, dass ich mit meinem klinischen, akademischen und strategisch unternehmerischen Profil einen substanziellen Beitrag zur Weiterentwicklung der Klinikum Bielefeld gem. GmbH als zentralem Bestandteil des Universitätsklinikums OWL leisten kann.“ Ziel sei eine patientenzentrierte und innovationsfreundliche Universitätsmedizin, die Exzellenz, Verantwortung und Menschlichkeit verbinde.
In der künftigen Geschäftsführung übernimmt Prof. Kuhn die Verantwortung für Medizin und Pflege mit einem Schwerpunkt auf der strategischen Weiterentwicklung sowie der Stärkung der universitären Leistungen in Forschung und Lehre. Dazu gehören insbesondere die Profilbildung medizinischer Schwerpunkte, die Steuerung von Kliniken und Zentren sowie der Ausbau interdisziplinärer Zusammenarbeit. Michael Ackermann verantwortet weiterhin die kaufmännische und wirtschaftliche Führung des Klinikums. Sein Vertrag als Kaufmännischer Geschäftsführer wurde vom Aufsichtsrat vorzeitig verlängert.
Der Vorsitzende des Aufsichtsrats, Detlef Werner, betont, dass mit der neuen Struktur die universitäre Ausrichtung des Klinikums dauerhaft auf Geschäftsführungsebene verankert werde. Gesamtentscheidungen, strategische Planungen und die Weiterentwicklung des Versorgungsangebots sollen künftig gemeinsam von der Medizinischen und der Kaufmännischen Geschäftsführung getroffen werden.






