Horn-Bad Meinberg: Klinikdirektorin zieht Halbjahresbilanz
Dr. Becker Brunnen-Klinik plant Ausbau ambulanter Angebote und regionale Öffnung
Nach sechs Monaten im Amt zieht Dr. rer. medic. Heinke Michels, Klinikdirektorin der Dr. Becker Brunnen-Klinik, eine erste Bilanz. Wie die Einrichtung der Dr. Becker Klinikgesellschaft mitteilt, bewertet Michels ihren Start als „schön und arbeitsreich“. Für das Jahr 2026 kündigt sie strategische Weiterentwicklungen an, darunter die stärkere Etablierung ambulanter Rehabilitations- und Präventionsangebote. Für Reha-Kliniken gewinnt die Verzahnung stationärer und ambulanter Leistungen vor dem Hintergrund veränderter Versorgungsstrukturen zunehmend an Bedeutung.
Bereits in den ersten Monaten waren laut Michels zahlreiche organisatorische und regulatorische Anforderungen zu bewältigen. Neben einem Besuch der Bezirksregierung standen unter anderem eine Routinebegehung durch das Gesundheitsamt, eine umfassende Qualitätsmanagement-Rezertifizierung sowie eine Brandschutzbegehung an. Die Klinikleitung betont, dass diese Prozesse gemeinsam mit dem bestehenden Team erfolgreich umgesetzt wurden. „Ich habe hier eine sehr engagierte Truppe übernommen“, so Michels.
Die promovierte Sportwissenschaftlerin mit zusätzlicher Qualifikation im Gesundheitsmanagement und in Psycho-Gerontologie bringt langjährige Führungserfahrung aus dem Rehabilitationsbereich mit. Gleichwohl sieht sie am Standort Entwicklungspotenziale, insbesondere im Therapiebereich. Künftig solle das Zusammenspiel von Körpertherapie und psychotherapeutischen Ansätzen stärker akzentuiert werden, in enger Abstimmung mit der ärztlichen Leitung.
Ein zentrales Vorhaben betrifft die Öffnung der Klinik zur Region. Ziel sei es, den Standort stärker im kommunalen Versorgungsgefüge zu verankern. Konkret plant die Klinikleitung den Ausbau ambulanter Leistungen, etwa in der Reha-Nachsorge und Prävention. Programme wie T-RENA oder RV Fit der Deutschen Rentenversicherung sollen vor Ort intensiver angeboten werden. Darüber hinaus wird perspektivisch die Etablierung ambulanter Physio- und Ergotherapie geprüft. Damit reagiert die Klinik auf veränderte Patientenbedarfe sowie auf gesundheitspolitische Bestrebungen, rehabilitative Leistungen stärker sektorenübergreifend auszurichten.
Auch intern setzt Michels auf Transparenz und Steuerung. In einer Mitarbeitendenversammlung informierte sie offen über wirtschaftliche Kennzahlen, Entwicklungen und Zielsetzungen. Für das kommende Jahr sind zudem Investitionen in Nachhaltigkeit geplant, darunter eine Photovoltaik-Anlage sowie die Modernisierung der Kühltechnik in der Küche. Angesichts steigender Energiepreise und wachsender ESG-Anforderungen gewinnt die energetische Optimierung auch im Reha-Sektor an strategischer Relevanz.
Die Dr. Becker Brunnen-Klinik ist auf psychotherapeutische und psychosomatische Rehabilitation spezialisiert und versorgt nach eigenen Angaben jährlich rund 1.875 Patientinnen und Patienten. Schwerpunkte liegen unter anderem in der Behandlung von Depressionen, Angsterkrankungen, psychosomatischen Beschwerden sowie in der Gerontopsychosomatik. Rund 125 Mitarbeitende sind am Standort beschäftigt.




