Helios baut Robotik an mehr als 40 Klinikstandorten aus
Über 6.000 roboterassistierte Eingriffe jährlich – Klinikum Hildesheim kombiniert da Vinci 5 und Ion für Lungendiagnostik und Chirurgie
Der Krankenhauskonzern Helios baut den Einsatz roboterassistierter Medizintechnik weiter aus. Nach Unternehmensangaben werden bereits jährlich mehr als 6.000 Eingriffe an über 40 Klinikstandorten mit robotischer Unterstützung durchgeführt. Ein aktuelles Beispiel ist das Helios Klinikum Hildesheim, das als erste Klinik in Deutschland die neueste Generation des Operationssystems da Vinci 5 mit dem roboterassistierten Bronchoskopiesystem Ion kombiniert.
Wie Helios am 21. Oktober 2026 mitteilte, soll der konzernweite Ausbau der Robotik die Präzision medizinischer Eingriffe verbessern und minimalinvasive Behandlungsverfahren stärken. Die eingesetzten Systeme unterstützen die behandelnden Ärztinnen und Ärzte bei der Durchführung komplexer Eingriffe, übernehmen jedoch keine eigenständige operative Steuerung.
Hildesheim verbindet Lungendiagnostik und operative Therapie
Mit der Einführung des da Vinci 5 verfügt das Helios Klinikum Hildesheim nach Konzernangaben über eine in Europa bislang seltene Kombination zweier roboterassistierter Systeme. Das Haus ist demnach erst der zweite Klinikstandort in Europa, an dem sowohl Ion als auch da Vinci 5 eingesetzt werden.
Das Ion-System unterstützt die Bronchoskopie und ermöglicht es, auffällige Veränderungen auch in schwer zugänglichen Bereichen der Lunge gezielt zu untersuchen und Gewebeproben zu entnehmen. Bestätigt sich ein behandlungsbedürftiger Befund, können sich je nach medizinischer Indikation weitere therapeutische Maßnahmen anschließen.
Mit da Vinci 5 steht hierfür ein roboterassistiertes Operationssystem zur Verfügung, das insbesondere minimalinvasive chirurgische Eingriffe unterstützt. Die Kombination soll die fachübergreifende Zusammenarbeit zwischen Pneumologie und Thoraxchirurgie stärken.
Robotik als Bestandteil der Konzernstrategie
Helios setzt roboterassistierte Systeme neben der Thoraxchirurgie unter anderem in der Viszeralchirurgie, Urologie, Gynäkologie und Orthopädie ein. Bei Gelenkersatzoperationen unterstützen entsprechende Systeme beispielsweise die patientenindividuelle Planung und präzise Implantatpositionierung.
Nach Einschätzung von Prof. Dr. Olaf Kannt, Head of Medical Management bei Helios, können robotergestützte minimalinvasive Verfahren kleinere Operationszugänge, geringere postoperative Schmerzen und kürzere Krankenhausaufenthalte ermöglichen.
Der Konzern kündigt an, seine Robotikkapazitäten weiter auszubauen und neue Verfahren im Rahmen klinischer Studien und wissenschaftlicher Evaluationen zu untersuchen. Zugleich sollen ärztliche Trainingskonzepte weiterentwickelt werden.
Für das Krankenhausmanagement ist die Entwicklung insbesondere im Hinblick auf medizinische Schwerpunktbildung, Investitionsplanung und die Auslastung hoch spezialisierter Medizintechnik relevant. Angaben zu den konzernweiten Investitionskosten, zur Wirtschaftlichkeit der eingesetzten Systeme oder zu risikoadjustierten Behandlungsergebnissen enthält die aktuelle Mitteilung nicht.







