Fusion im Klinik-Einkauf: EKK plus und AGKAMED bündeln Kräfte
Erste große Marktintegration soll Effizienz und Versorgungssicherheit stärken
Mit der Zusammenführung der Einkaufsgemeinschaften EKK plus und AGKAMED entsteht eine der größten Organisationen im Klinik-Einkaufsmarkt in Deutschland. Wie beide Unternehmen mitteilten, ist mit der gemeinsamen Geschäftsführung ein zentraler Integrationsschritt erreicht. Ziel ist eine vollständige Fusion bis Anfang 2027.
Die Fusion von EKK plus und AGKAMED markiert einen strukturellen Einschnitt im Markt der Einkaufsgemeinschaften für Krankenhäuser. Nachdem bereits im März 2026 der Kaufvertrag zur Übernahme freier Anteile unterzeichnet wurde, haben nahezu alle Gesellschafter der AGKAMED einem Anteilstausch zugestimmt. Damit ist die Grundlage für die weitere Integration gelegt.
Seit dem 1. Mai 2026 agieren beide Organisationen unter einer gemeinsamen Geschäftsführung, bestehend aus Sonja Rüger, Marcel Opperbeck und Nils Dehne. Das Jahr 2026 ist als Übergangsphase konzipiert: Beide Gesellschaften bleiben rechtlich eigenständig, werden jedoch operativ als wirtschaftliche Einheit geführt. Die vollständige gesellschaftsrechtliche Verschmelzung ist zum 1. Januar 2027 vorgesehen.

Die Geschäftsführung besteht aus drei Personen und wird für das Übergangsjahr 2026 über Kreuz berufen: v.l. Nils Dehne, Sonja Rüger, Marcel Opperbeck
Foto: EKK plus / AGKAMED
Bereits vor diesem Schritt wurden organisatorische Maßnahmen umgesetzt. Seit April arbeiten gemischte Teams organisationsübergreifend zusammen. Ein paritätisch besetztes Leitungsgremium trifft strategische und operative Entscheidungen. Ziel ist es, Synergien frühzeitig zu heben und Prozesse zu vereinheitlichen.
Ein sichtbares Zeichen der Integration ist zudem der neue gemeinsame Standort in Düsseldorf. Dort sollen flexible Arbeitsmodelle und eine zentralisierte Zusammenarbeit ermöglicht werden. Während EKK plus die Räumlichkeiten bereits im Mai 2026 bezieht, folgt AGKAMED im Juli.
Inhaltlich setzt die neue Organisation auf drei zentrale Leistungsbereiche: Einkauf und Beschaffung, Digitalisierung sowie Mitglieder- und Partnerentwicklung. Besonders hervorgehoben wird der Pharmabereich als strategischer Kern für Versorgungssicherheit und Wachstum. Ergänzend soll eine eigene Einheit für Lieferantenstrategie aufgebaut werden, um Industriepartnerschaften systematisch weiterzuentwickeln.
Für Krankenhäuser bedeutet die Fusion potenziell eine stärkere Bündelung von Einkaufsmacht sowie den Ausbau datengetriebener Lösungen. Gleichzeitig betont die Geschäftsführung die weiterhin enge Einbindung der Mitgliedseinrichtungen in strategische Entscheidungen.




