Bitterfeld bündelt Tageskliniken und baut Versorgung aus

200.000 Euro aus dem Krankenhausstrukturfonds für Geriatrie und Psychiatrie

Das Gesundheitszentrum Bitterfeld/Wolfen hat seine Tageskliniken neu strukturiert und dafür 200.000 Euro aus dem Krankenhausstrukturfonds erhalten. Die geriatrische Tagesklinik wurde vom Standort Wolfen nach Bitterfeld verlagert, während die frei gewordenen Räume für den Ausbau der psychiatrischen Tagesklinik genutzt werden.

Mit der Umstrukturierung sollen die tagesklinischen Angebote stärker an den Versorgungsbedürfnissen der Patientinnen und Patienten ausgerichtet werden. Die ehemalige internistische Station M6 am Standort Bitterfeld wurde zur geriatrischen Tagesklinik umgebaut. Das zuvor in Wolfen angesiedelte Angebot verfügt damit über neue räumliche Voraussetzungen für die Behandlung älterer Menschen.

Parallel wurden die in Wolfen frei gewordenen Räume für die Tagesklinik für Psychiatrie ausgebaut. Damit verbindet das Gesundheitszentrum die strukturelle Neuordnung der beiden Angebote mit einer Erweiterung der wohnortnahen Versorgung.

Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne betonte die Bedeutung tagesklinischer Behandlung für ältere und psychisch erkrankte Menschen. Insbesondere bei geriatrischen Patienten könne die Behandlung dazu beitragen, soziale und familiäre Bindungen möglichst aufrechtzuerhalten. Tagsüber erfolgen Diagnostik und Therapie, während die Patienten abends und an Wochenenden in ihr vertrautes Wohnumfeld zurückkehren.

Auch für psychisch erkrankte Menschen bietet die Tagesklinik eine Alternative beziehungsweise Ergänzung zur vollstationären Behandlung. Ein strukturierter Tagesablauf mit einem festen Therapieplan ermöglicht eine intensive Behandlung, ohne dass die Patienten ihr gewohntes soziales Umfeld vollständig verlassen müssen.

Mit der Förderung aus dem Krankenhausstrukturfonds unterstützt das Land Sachsen-Anhalt damit eine Verschiebung von Versorgungsangeboten in tagesklinische Strukturen. Ziel ist es, stationäre Krankenhausaufenthalte nach Möglichkeit zu vermeiden oder zu verkürzen. Gleichzeitig sollen Patienten auch während einer intensiveren medizinischen oder psychiatrischen Behandlung möglichst viel Eigenständigkeit behalten.

Für das Gesundheitszentrum Bitterfeld/Wolfen ist die Neuordnung Teil der Weiterentwicklung des bestehenden Versorgungsangebots. Das Haus verfügt über zwölf klinische Fachabteilungen mit rund 400 Betten. Hinzu kommen die beiden Tageskliniken mit derzeit insgesamt 50 Plätzen.

Die Größenordnung des Gesundheitszentrums zeigt die Bedeutung der tagesklinischen Angebote für die regionale Versorgung: Jährlich werden dort nach eigenen Angaben rund 16.000 Patienten stationär und etwa 60.000 Patienten ambulant behandelt.

Geschäftsführer Dr. René Rottleb sieht in der Neuordnung einen Beitrag zur wohnortnahen Betreuung. Die beiden Tageskliniken sollen dazu beitragen, Patienten während und nach der Therapie möglichst eng an ihrem vertrauten Umfeld zu halten und ihre Lebensqualität und Selbstständigkeit zu unterstützen.

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