BBT-Region Koblenz-Saffig mit stabilem Ergebnis 2025
Wachstum, Investitionen und Mitarbeitende sichern Entwicklung – Kritik am geplanten GKV-Stabilisierungsgesetz
Die BBT-Region Koblenz-Saffig hat das Geschäftsjahr 2025 trotz eines angespannten gesundheitspolitischen Umfelds mit einem stabilen und positiven Ergebnis abgeschlossen. Nach Angaben der Regionalleitung trugen alle Geschäftsbereiche zur wirtschaftlichen Entwicklung bei. Zugleich äußert die Trägergesellschaft deutliche Kritik an den geplanten Maßnahmen zur Stabilisierung der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV), die aus Sicht der Verantwortlichen zusätzliche Belastungen für freigemeinnützige Krankenhäuser verursachen könnten.
Nach Angaben der BBT-Region Koblenz-Saffig entwickelten sich sämtliche Unternehmensbereiche im Jahr 2025 positiv. Besonders das Katholische Klinikum Koblenz · Montabaur habe die wirtschaftlichen Erwartungen trotz schwieriger Rahmenbedingungen leicht übertroffen. Auch das Krankenhaus St. Elisabeth in Lahnstein habe sich nach der Übernahme aus einem Insolvenzverfahren stabilisiert und erstmals ein positives Jahresergebnis erzielt. Insgesamt sei das Ergebnis laut Regionalgeschäftsführung vor allem auf eine breite Leistungsentwicklung über alle Versorgungsbereiche hinweg zurückzuführen.
Als wesentliche Treiber der positiven Entwicklung nennt die Trägergesellschaft neben der stationären Versorgung auch die Medizinischen Versorgungszentren, therapeutische Angebote, Teilhabedienste sowie die Altenhilfe. Darüber hinaus habe sich der Bildungscampus mit einer hohen Zahl besetzter Ausbildungsplätze im Jahr 2025 besonders positiv entwickelt. Auch Fortschritte in Budgetverhandlungen mit den Kostenträgern hätten zur Stabilisierung der wirtschaftlichen Lage beigetragen.
Gleichzeitig betont die BBT-Region, dass wirtschaftlicher Erfolg im freigemeinnützigen Sektor nicht als Selbstzweck verstanden werde. Überschüsse würden gezielt in Versorgung, Infrastruktur und Personalentwicklung reinvestiert. Für das Jahr 2026 sind demnach umfangreiche Investitionsmaßnahmen vorgesehen. Dazu zählen unter anderem ein Neubau für gerontopsychiatrische Wohn- und Betreuungsangebote in Saffig, die Erweiterung von geschützten Stationsbereichen in Lahnstein sowie medizinisch-technische Investitionen im Katholischen Klinikum Koblenz · Montabaur, darunter ein neuer Linksherzkatheter-Messplatz, ein MRT-Standortausbau und Investitionen in robotische Chirurgie.
Mit Blick auf die gesundheitspolitischen Rahmenbedingungen äußert die Regionalleitung jedoch deutliche Kritik an den geplanten gesetzlichen Maßnahmen zur Stabilisierung der GKV-Finanzen. Diese würden nach Einschätzung der Verantwortlichen die wirtschaftlichen Herausforderungen für freigemeinnützige Krankenhäuser zusätzlich verschärfen. Während kommunale Träger im Bedarfsfall auf öffentliche Unterstützung zurückgreifen könnten, gelte dies für freigemeinnützige Einrichtungen nur eingeschränkt, obwohl sie einen erheblichen Anteil der Krankenhausversorgung in Deutschland sicherstellten.
Die BBT-Region warnt daher vor einem möglichen „kalten Strukturwandel“ im Krankenhaussektor, der insbesondere kleinere und freigemeinnützige Einrichtungen unter Druck setzen könnte. Aus Sicht der Trägergesellschaft sei die Vielfalt der Trägerstrukturen ein wesentlicher Bestandteil einer stabilen und wohnortnahen Patientenversorgung.
In der Bewertung der geplanten GKV-Maßnahmen fordert die BBT-Region eine stärkere langfristige Ausrichtung der Reformpolitik. Kurzfristige Einsparansätze zulasten der Kliniken würden nach Einschätzung der Verantwortlichen die Versorgungssicherheit gefährden und notwendige Investitionen in Personal und Infrastruktur beeinträchtigen. Gleichzeitig signalisiert die Trägergesellschaft grundsätzlich die Bereitschaft, sich konstruktiv in den gesundheitspolitischen Gesetzgebungsprozess einzubringen.




