ARBERLANDKliniken: Gutachten empfiehlt neues Zentralklinikum

Prof. Dr. Augurzky stellt „Gesundheitsstrategie 2035“ vor – Bündelung der Arberlandkliniken an der B85 geplant

Der Landkreis Regen in Bayern steht vor einer historischen Weichenstellung in seiner Gesundheitsversorgung. Im Rahmen der „Gesundheitsstrategie ARBERLANDKliniken 2035“ hat das renommierte Institute for Health Care Business (hcb) aus Essen ein Strukturgutachten vorgelegt, das weitreichende Konsequenzen für die Standorte Viechtach und Zwiesel vorsieht. Der Geschäftsführer des Instituts, Prof. Dr. Boris Augurzky, präsentierte die Ergebnisse am 13. März 2026 und sprach sich darin deutlich für den Neubau eines Zentralklinikums aus.

Die Empfehlung: Ein zentraler Standort für den Landkreis

Das Gutachten analysierte verschiedene Szenarien, um die Zukunftsfähigkeit der Arberlandkliniken unter den Bedingungen der Bundesreform zu sichern. Als beste Lösung für Qualität, Wirtschaftlichkeit und Erreichbarkeit wird der Bau eines neuen Zentralklinikums nahe der Bundesstraße 85 empfohlen. In diesem Neubau, der für etwa 280 bis 300 Betten ausgelegt wäre, sollen die stationären Leistungen der bisherigen Häuser in Viechtach und Zwiesel gebündelt werden. Prognosen gehen davon aus, dass dort ab dem Jahr 2038 rund 12.700 stationäre Fälle pro Jahr behandelt werden könnten, insbesondere in den Bereichen Chirurgie, Innere Medizin sowie Frauenheilkunde und Geburtshilfe.

Ausschlaggebend für die Empfehlung sind vor allem die steigenden Anforderungen an die Personalgewinnung und die notwendige Ressourcenbündelung. Doppelstrukturen im „Status quo“ seien unter den aktuellen Rahmenbedingungen – stagnierende Erlöse bei steigenden Ausgaben und Fachkräftemangel – kaum noch aufrechtzuerhalten. Zudem habe das Bayerische Staatsministerium für Gesundheit signalisiert, dass ein bloßer Neubau der Klinik in Zwiesel ohne strukturelle Neuausrichtung nicht förderfähig sei. Ein zentraler Standort hingegen bietet die Chance auf eine Zertifizierung als Regionales Traumazentrum und eine Einstufung in die GBA-Notfallstufe 2.

Die bisherigen Standorte müssten laut Gutachten jedoch nicht vollständig aufgegeben werden, sondern könnten eine neue strategische Ausrichtung erfahren:

  • Viechtach: Könnte als sektorenübergreifender Versorger fungieren, der eine internistische Grundversorgung sowie ambulante Eingriffe sicherstellt.
  • Zwiesel: Könnte den Fokus auf den Ausbau des Medizinischen Versorgungszentrums (MVZ) und weitere ambulante Angebote legen.

Bei den vorgestellten Ergebnissen handelt es sich zunächst um eine gutachterliche Empfehlung. Die politische Entscheidung liegt nun beim neu gewählten Kreistag des Landkreises Regen. Dieser wird die verschiedenen Sichtweisen am 9. Juni 2026 diskutieren, bevor am 24. November 2026 eine endgültige Entscheidung über die künftige regionale Krankenhausstruktur getroffen werden soll.