q.beyond übernimmt SAP-Healthcare-Spezialisten GITG
Akquisition stärkt SAP-Kompetenz für Kliniken und IS-H-Nachfolge
Der IT-Dienstleister q.beyond übernimmt die Mehrheit am SAP-Healthcare-Spezialisten GITG AG. Mit der Akquisition baut das Unternehmen seine Position im Gesundheitswesen aus und will Krankenhäuser bei der Ablösung der auslaufenden SAP-Branchenlösung IS-H begleiten. Wie q.beyond mitteilte, übernimmt das Unternehmen 51 Prozent der Anteile an der Hamburger GITG AG.
Mit der Mehrheitsübernahme erschließt q.beyond gezielt den Gesundheitssektor als neue Fokusbranche. Die 2002 gegründete GITG AG beschäftigt knapp 40 spezialisierte Mitarbeitende und hat nach Unternehmensangaben bereits mehr als 500 Projekte im Gesundheitswesen umgesetzt. Der SAP-Partner verfügt mit GS-H über eine auf SAP S/4HANA basierende Nachfolgelösung für das von SAP bis 2030 auslaufende Krankenhausinformationssystem IS-H.
Nach Angaben des Unternehmens arbeiten derzeit mehr als 500 Krankenhäuser und damit über 20 Prozent der Kliniken im DACH-Raum noch mit SAP IS-H für Patientenmanagement und Abrechnung. Die bevorstehende Migration auf neue Plattformen zählt zu den größten IT-Transformationsprojekten im Krankenhaussektor der kommenden Jahre.
GS-H soll Nachfolge von SAP IS-H ermöglichen
Mit der Übernahme sichert sich q.beyond nach eigenen Angaben auch die Rechte an der proprietären Lösung GS-H. Das System soll Krankenhäusern einen weitgehend reibungslosen Übergang von SAP IS-H auf eine moderne S/4HANA-Architektur ermöglichen.
q.beyond-CEO Thies Rixen bezeichnete GS-H als künftigen Krankenhausstandard im SAP-Umfeld und sieht darin einen wesentlichen Wettbewerbsvorteil. Die Transaktion wurde vollständig aus Eigenmitteln finanziert. Angaben zum Kaufpreis machten die Unternehmen nicht.
Auch nach dem Einstieg bleibt das bisherige Management der GITG an Bord. Vorstandsvorsitzender Prof. Dr. Wilken Möller soll gemeinsam mit seinem Führungsteam das Wachstum im Gesundheitsmarkt innerhalb der q.beyond-Gruppe weiter vorantreiben.
Full-Stack-Angebot für Krankenhäuser
Durch den Zusammenschluss entsteht nach Angaben der Unternehmen ein umfassendes Leistungsportfolio für Krankenhäuser. Während GITG seine Spezialisierung auf SAP Healthcare, Klinikprozesse sowie S/4HANA-Migrationen einbringt, ergänzt q.beyond das Angebot um Cloud-Services, IT-Sicherheit, Managed Services sowie Lösungen zur Orchestrierung von KI-Agenten.
Die Unternehmen sehen insbesondere im Zuge der Krankenhausreform und der zunehmenden Digitalisierung einen wachsenden Investitionsbedarf in moderne IT-Infrastrukturen. Ziel sei es, Krankenhäuser künftig entlang der gesamten digitalen Wertschöpfungskette begleiten zu können – von der Beratung über die Migration bis zum sicheren Betrieb geschäftskritischer Anwendungen.
Strategie 2028 setzt auf Healthcare-Wachstum
Die Akquisition ist Bestandteil der Unternehmensstrategie 2028 von q.beyond. Neben dem Ausbau des Branchenfokus verfolgt das Unternehmen eine stärkere Internationalisierung sowie Investitionen in Künstliche Intelligenz. Mit der Übernahme stärkt q.beyond zugleich seine Präsenz in Österreich und der Schweiz und erweitert seine Healthcare-Kompetenz für den deutschsprachigen Markt.
Bis 2028 strebt q.beyond nach eigenen Angaben einen Umsatz von rund 250 Millionen Euro sowie eine EBITDA-Marge von rund zehn Prozent an.
Die Übernahme besitzt für das Klinikmanagement eine erhebliche strategische Relevanz. Mit dem Auslaufen von SAP IS-H bis 2030 stehen zahlreiche Krankenhäuser vor der Aufgabe, ihre zentrale Patienten- und Abrechnungsplattform zu ersetzen. Die Bündelung der SAP-Healthcare-Kompetenz von GITG mit den Cloud-, Security- und KI-Kompetenzen von q.beyond schafft einen leistungsfähigen Anbieter für diese Transformationsprojekte. Für Krankenhäuser könnte sich dadurch eine integrierte Lösung ergeben, die sowohl die technische Migration als auch den langfristigen Betrieb und die Weiterentwicklung der IT-Landschaft aus einer Hand ermöglicht.




