DKG gratuliert Carsten Linnemann zum Amtsantritt als Gesundheitsminister

Krankenhäuser erwarten von neuem Bundesgesundheitsminister Kurs bei Krankenhausreform und Finanzierung

Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) hat den neuen Bundesgesundheitsminister Carsten Linnemann zu seinem Amtsantritt beglückwünscht und zugleich zentrale Erwartungen an die Gesundheitspolitik formuliert. Im Mittelpunkt stehen aus Sicht der DKG die wirtschaftliche Stabilisierung der Krankenhäuser, die Weiterentwicklung der Krankenhausreform, eine Reform der Notfallversorgung und der Abbau bürokratischer Belastungen.

Mit der Ernennung von Carsten Linnemann zum Bundesminister für Gesundheit verbindet die Deutsche Krankenhausgesellschaft die Erwartung einer konstruktiven Zusammenarbeit. DKG-Vorstandsvorsitzender Dr. Gerald Gaß sieht die Sicherung einer flächendeckenden und qualitativ hochwertigen Krankenhausversorgung als eine der wichtigsten Aufgaben des neuen Ministers. Nach Einschätzung der DKG stehen viele Krankenhäuser angesichts der aktuellen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen erheblich unter Druck.

Insbesondere die finanziellen Auswirkungen des GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetzes sorgen nach Darstellung der Krankenhausgesellschaft für erhebliche Sorgen. Die DKG warnt vor einem ungesteuerten Strukturwandel, der zu Versorgungslücken führen könnte. Aus ihrer Sicht braucht es deshalb politische Entscheidungen, die den Umbau der Krankenhauslandschaft planvoll begleiten und sicherstellen, dass neue Versorgungsstrukturen rechtzeitig entwickelt werden, bevor bestehende Angebote wegfallen.

Auch die weitere Umsetzung der Krankenhausreform gehört nach Einschätzung der DKG zu den zentralen Herausforderungen der neuen Amtszeit. Der begonnene Umbau müsse schrittweise und praxistauglich erfolgen. Dabei sollten die Auswirkungen auf die regionale Versorgung berücksichtigt und die betroffenen Akteure frühzeitig eingebunden werden. Gleichzeitig fordert die DKG eine zügige Umsetzung der geplanten Reform der Notfallversorgung.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem Bürokratieabbau. Ärztliches und pflegerisches Personal müsse von unnötigen Dokumentations- und Nachweispflichten entlastet werden, damit mehr Zeit für die Versorgung der Patientinnen und Patienten zur Verfügung stehe. Die DKG sieht den neuen Gesundheitsminister hier in einer besonderen Verantwortung und verweist auf dessen bisherige Forderungen nach einer konsequenten Entbürokratisierung. Ferner spricht sich die DKG für eine stärkere Nutzung der ambulanten Potenziale der Krankenhäuser aus. Die zunehmende Verzahnung ambulanter und stationärer Versorgung könne dazu beitragen, bestehende Sektorengrenzen zu überwinden und Versorgungsangebote effizienter zu organisieren.

Der scheidenden Bundesgesundheitsministerin Nina Warken bescheinigt die DKG, den Nachsteuerungsbedarf bei der Krankenhausreform erkannt zu haben. Die Bereitschaft, die Reform gemeinsam mit den Beteiligten weiterzuentwickeln, müsse aus Sicht der Krankenhausgesellschaft nun fortgesetzt werden.

Gaß betont zugleich die Bedeutung der Krankenhäuser für Innovation und Wirtschaft. Gerade im Bereich der künstlichen Intelligenz könnten Kliniken eine zentrale Rolle bei der Bereitstellung hochwertiger Gesundheitsdaten sowie bei der Entwicklung und Erprobung neuer Anwendungen übernehmen. Die DKG sieht darin nicht nur Potenzial für die medizinische Versorgung, sondern auch für die technologische Souveränität und wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit Europas.

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