Baden-Württemberg gibt 5,2 Millionen Euro für Krisenübungen an Kliniken

Krankenhausalarmpläne werden mit MANV, IT- und Stromausfällen sowie Hitzewellen praktisch erprobt – zwei Übungsdurchgänge bis spätestens Oktober 2028

Baden-Württemberg stellt rund 5,2 Millionen Euro für Krisenübungen an Krankenhäusern bereit. Stadt- und Landkreise sollen gemeinsam mit Traumakliniken ihre Krankenhausalarm- und Einsatzpläne unter realitätsnahen Bedingungen erproben. Vorgesehen sind zwei Übungsdurchgänge mit unterschiedlichen Krisenszenarien.

In jedem geförderten Stadt- und Landkreis soll an einem oder mehreren geeigneten Klinikstandorten zunächst eine erste und anschließend eine zweite Übung stattfinden. Die ersten Übungen sollen bis Ende 2027, die zweiten bis Ende Oktober 2028 durchgeführt werden. Nach der Entscheidung des Landeskabinetts sollen die Kreise zeitnah über ihre jeweilige Förderhöhe informiert werden.

Erprobt werden insbesondere ein Massenanfall von Verletzten (MANV), IT-Ausfälle, Stromausfälle und Hitzewellen. Neben der medizinischen Versorgung sollen organisatorische, technische und kommunikative Abläufe überprüft werden.

Verbindlich einbezogen werden die Gesundheitsämter. Die Übungen sollen damit auch das Zusammenspiel zwischen Krankenhäusern, Öffentlichem Gesundheitsdienst, Kommunen, Behörden und weiteren Akteuren des Bevölkerungsschutzes testen.

Rahmenplan für Krankenhäuser besteht seit 2025

Grundlage ist der im Oktober 2025 veröffentlichte landesweite Rahmenplan zur Krankenhausalarm- und Einsatzplanung (KAEP). Er enthält Vorgaben und Empfehlungen unter anderem zu Alarmierungs- und Kommunikationsstrukturen, Führungsorganisation und Ressourcensteuerung. Krankenhäuser sind verpflichtet, entsprechende Alarm- und Einsatzpläne vorzuhalten und regelmäßig weiterzuentwickeln.

Mit der neuen Förderung verlagert das Land den Schwerpunkt nun auf die praktische Erprobung dieser Strukturen. Für Planung und Auswertung sollen den Kreisen unter anderem Szenarienbeschreibungen, Übungsziele und Checklisten zur Verfügung gestellt werden.

Parallel finanziert Baden-Württemberg seit Mai 2026 Fortbildungen im Format „Terror and Disaster Surgical Care“ (TDSC) für klinische Schlüsselpersonen. Nach Angaben des Landes wurden bislang 72 Kursplätze finanziert; weitere Kurse werden vorbereitet.