Ortenau Klinikum überprüft Medizinstrategie der Agenda 2030

Verwaltungsrat berät wirtschaftliche Anpassungen – externe Berater eingebunden, konkrete Standortentscheidungen noch offen

Das Ortenau Klinikum stellt seine bisherige Medizinstrategie im Rahmen der Agenda 2030 erneut auf den Prüfstand. Der Verwaltungsrat befasste sich am 9. Oktober 2026 in einer Sondersitzung mit möglichen Weiterentwicklungen des medizinischen Angebots und deren wirtschaftlichen Auswirkungen. Konkrete Änderungen der Standortstruktur wurden dabei nicht beschlossen.

Hintergrund sind die zunehmend schwierigen finanziellen Rahmenbedingungen. Das Klinikum verweist insbesondere auf zusätzliche Belastungen durch das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz sowie die bevorstehenden Haushaltsberatungen des Ortenaukreises für 2027 und 2028. In die Prüfung möglicher Anpassungsszenarien wurde die Beratungsgesellschaft Lohfert & Lohfert einbezogen.

Die bisherige Agenda 2030 sieht vor, die stationäre Versorgung auf die vier Standorte Achern, Offenburg, Lahr und Wolfach zu konzentrieren. Weitere bisherige Klinikstandorte werden zu Gesundheitszentren weiterentwickelt. Für die neuen Klinikstrukturen wurden bereits umfangreiche Investitionen auf den Weg gebracht. (1)

Offen bleibt, welche medizinischen Leistungsbereiche von möglichen Anpassungen betroffen sein könnten. Zuletzt wurde regional auch über eine mögliche Konzentration der Geburtshilfe in Offenburg berichtet. Eine entsprechende Entscheidung liegt bislang nicht vor.

Über verbindliche Änderungen der Medizinstrategie entscheidet der Kreistag des Ortenaukreises in öffentlicher Sitzung. Die Ergebnisse der aktuellen Überprüfung sollen Grundlage für die weiteren Beratungen sein.