Kliniken Nordoberpfalz erzielen Überschuss – strukturelle Herausforderungen bleiben bestehen
Kommunaler Klinikverbund verbessert Ergebnis deutlich – Finanzierungssystem weiter unter Druck
Die Kliniken Nordoberpfalz AG (KNO) hat im Geschäftsjahr 2025 einen vorläufigen Jahresüberschuss von rund 816.000 Euro erzielt und damit eine deutliche wirtschaftliche Verbesserung erreicht. Im Vorjahr lag das Ergebnis noch bei einem Minus von 11,8 Millionen Euro. Trotz dieser positiven Entwicklung bleibt die strukturelle Finanzsituation angespannt.
Nach Angaben des Klinikverbunds wurde das Ergebnis unter anderem durch Sondereffekte begünstigt. Dazu zählen nicht notwendige Rückzahlungen, etwa aus Energiehilfen, sowie zusätzliche Einnahmen durch den befristeten Rechnungszuschlag der Bundesregierung. Insgesamt fiel das Ergebnis um rund 3,2 Millionen Euro besser aus als im Wirtschaftsplan vorgesehen.
KNO-Vorstand Michael Hoffmann betonte, dass der operative Geschäftsverlauf weiterhin hinter den Erwartungen zurückbleibe, insbesondere im Bereich der stationären Leistungen. Gleichzeitig hob er hervor, dass die eingeleiteten Restrukturierungsmaßnahmen an den Standorten Tirschenreuth, Erbendorf, Kemnath und Weiden Wirkung zeigten. Diese Veränderungen seien „sinnvoll und notwendig“ gewesen, um die Wettbewerbsfähigkeit des Verbunds zu sichern.
Trotz der positiven Zahlen warnt Hoffmann vor einer zu optimistischen Bewertung der wirtschaftlichen Lage. Die strukturellen Rahmenbedingungen der Krankenhausfinanzierung auf Bundesebene seien weiterhin unzureichend. Gleichzeitig führen steigende regulatorische Anforderungen zu zusätzlichem Druck auf die Einrichtungen. Vor diesem Hintergrund sei auch künftig mit Unterstützungsleistungen der kommunalen Träger zu rechnen.
Im kürzlich vom Bundesrat gebilligten Krankenhausreformanpassungsgesetz sieht Hoffmann sowohl Fortschritte als auch offene Fragen. Positiv sei die Einigung zwischen Bund und Ländern, die für Planungssicherheit sorge. Kritisch bewertet er jedoch die zunehmende Bürokratie sowie die bislang unklare Praxistauglichkeit zentraler Reformelemente wie der Vorhaltevergütung.
Der wirtschaftliche Druck auf die Branche bleibt insgesamt hoch. Nach Einschätzung der Deutsche Krankenhausgesellschaft schreiben derzeit rund 80 Prozent der Krankenhäuser in Deutschland rote Zahlen.
Für die KNO markiert das Jahr 2025 zugleich einen personellen Einschnitt: Michael Hoffmann wird das Unternehmen im Juni 2026 nach sieben Jahren verlassen. Aufsichtsratsvorsitzender Jens Meyer würdigte dessen Beitrag zur Stabilisierung des Klinikverbunds in einer wirtschaftlich schwierigen Phase.




