Lünendonk-Ranking 2026: Wirtschaftsprüfer wachsen trotz Rezession – Deloitte erstmals gleichauf mit KPMG auf Platz zwei

Marktvolumen steigt auf 22,6 Milliarden Euro – Big Four dominieren weiterhin, während mittelgroße Gesellschaften mit hoher Dynamik wachsen

Der deutsche Markt für Wirtschaftsprüfung und Steuerberatung setzt seinen Wachstumskurs trotz schwieriger wirtschaftlicher Rahmenbedingungen fort. Nach den aktuellen Ergebnissen der Lünendonk®-Liste 2026 „Wirtschaftsprüfung und Steuerberatung in Deutschland“ stieg das Marktvolumen im Jahr 2025 um 6,1 Prozent auf 22,6 Milliarden Euro. Die 25 führenden Wirtschaftsprüfungsgesellschaften Deutschlands steigerten ihre Umsätze durchschnittlich um 8,1 Prozent.

Deloitte erreicht nach einer langjährigen Aufholjagd erstmals Platz zwei und liegt damit gleichauf mit KPMG. Beide Gesellschaften erzielten im Geschäftsjahr 2025 einen Deutschlandumsatz von jeweils 2,705 Milliarden Euro. Marktführer bleibt PricewaterhouseCoopers (PwC) mit 3,261 Milliarden Euro Umsatz.

Big Four vereinen mehr als die Hälfte des Marktes

Die vier großen internationalen Wirtschaftsprüfungsgesellschaften – PwC, Deloitte, KPMG und Ernst & Young (EY) – bleiben die dominierenden Akteure im deutschen Markt. Zusammen erzielten sie einen Umsatz von rund 11,3 Milliarden Euro und kommen damit auf einen Marktanteil von 50,1 Prozent. Während PwC seinen Umsatz um 8,5 Prozent steigern konnte, fiel das Wachstum bei EY mit 2,4 Prozent geringer aus. Deloitte legte um 4,8 Prozent zu, KPMG um 4,2 Prozent. Aufgrund der engen Umsatzabstände zwischen Deloitte, KPMG und EY könnten bereits geringe Wachstumsunterschiede in den kommenden Jahren erneut zu Verschiebungen im Ranking führen. „Die Umsätze von Deloitte, KPMG und EY bewegen sich alle in einem engen Umsatzkorridor“, erklärt Lünendonk-Geschäftsführer Jörg Hossenfelder. Die Wettbewerbssituation an der Spitze bleibe dadurch besonders dynamisch.

Next Six wachsen stärker als die Big Four

Auch die sogenannten Next Six – darunter RSM Ebner Stolz, BDO, Rödl, Forvis Mazars, Baker Tilly und Grant Thornton – entwickeln sich weiterhin positiv. Die Gruppe erzielte 2025 ein durchschnittliches Umsatzwachstum von 8,8 Prozent und wuchs damit erneut stärker als die Big Four. Besonders erfolgreich waren RSM Ebner Stolz und Forvis Mazars mit jeweils 11,2 Prozent Umsatzwachstum. RSM Ebner Stolz erreichte mit 530,8 Millionen Euro Umsatz erneut Rang fünf und baute seinen Vorsprung aus. Auch BDO überschritt erstmals die Marke von 500 Millionen Euro und kam auf 508,3 Millionen Euro Umsatz.

Wachstum auch bei kleineren Gesellschaften

Neben den großen Marktteilnehmern konnten auch zahlreiche mittelgroße Wirtschaftsprüfungsgesellschaften ihre Position ausbauen. Besonders stark entwickelte sich dhpg, die mit einem Umsatzwachstum von 14,3 Prozent auf 157 Millionen Euro kam. Bansbach erzielte mit einem Plus von 17,3 Prozent eines der stärksten Wachstumsraten im Ranking und erreichte 72,7 Millionen Euro Umsatz. Auch ETL, PKF Fasselt und Nexia konnten ihre Umsätze steigern.

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