Klinikum Lippe: Aufsichtsrat reagiert auf Vorwürfe gegen Geschäftsführer Cruse

Gremium beschließt Einschränkungen und empfiehlt Entzug der Einzelvertretungsbefugnis

Der Aufsichtsrat der Klinikum Lippe GmbH (KLG) hat sich in seiner Sitzung mit den jüngst bekannt gewordenen Hinweisen auf mutmaßliche Vergabe- und Compliance-Verstöße des kaufmännischen Geschäftsführers Dr. Niklas Cruse befasst. Cruse ist auf Grundlage eines Managementvertrags mit der Hospital-Management-Group (HMG) tätig und führt zugleich die Geschäfte der Gesundheit Lippe GmbH (GHL). Ein Antrag, den Vertrag mit der HMG zu kündigen und Cruse damit seines Amtes zu entheben, kam nicht zur Abstimmung. Stattdessen verabschiedete der Aufsichtsrat einen vierteiligen Beschluss:

  • Künftig müssen sämtliche geplanten Aufträge an Unternehmen der Vivecti-Gruppe unabhängig von der Auftragssumme vorab vom Aufsichtsrat genehmigt werden.
  • Der Gesellschafterversammlung wird empfohlen, Cruse die Einzelvertretungsberechtigung zu entziehen. Zukünftig soll er die KLG nur gemeinsam mit der medizinischen Geschäftsführung oder – bei deren Vakanz – mit dem Prokuristen vertreten.
  • Bei Meinungsverschiedenheiten innerhalb der Geschäftsführung soll künftig der Aufsichtsrat entscheiden.
  • Zudem soll es noch in dieser Wahlperiode eine Sondersitzung geben, um neue Erkenntnisse zu prüfen.