Nachhaltigkeit in Krankenhäusern: Vom Pflichtprogramm zum strategischen Managementfaktor
DKTIG-Umfrage zeigt: Interesse hoch, operative Umsetzung noch im Aufbau
Nachhaltigkeit ist in deutschen Krankenhäusern angekommen, doch die operative Umsetzung steckt noch in den Kinderschuhen. Die neue Umfrage der DKTIG (Deutsche Krankenhausgesellschaft für Technologie- und Innovationsmanagement) zeigt, dass strategische Ansätze vorhanden sind, konkrete Handlungsprogramme aber vielerorts erst entstehen.
Nachhaltigkeit erlebt im Krankenhausbereich eine Entwicklung von der moralischen Pflicht hin zum strategischen Managementthema. Die Umfrage der DKTIG aus dem Jahr 2025, an der knapp 70 Krankenhäuser teilnahmen, zeigt ein differenziertes Bild: Während das Interesse und die Sensibilisierung hoch sind, ist die Umsetzung noch fragmentarisch. Viele Einrichtungen haben erste Analysen durchgeführt, Verantwortlichkeiten definiert und Strukturen für Nachhaltigkeit aufgebaut. Gleichzeitig fehlen in zahlreichen Häusern klare Zielbilder und durchgängige Handlungsprogramme.
Ein zentrales Ergebnis der Befragung: Die Orientierung an europäischen Standards wie der CSRD erfolgt bereits, auch ohne formale Berichtspflicht. Sie dient als Strukturgeber für interne Prozesse und ermöglicht messbare Ansätze – etwa die CO₂-Bilanz, die quantifizierbar ist und an bestehende Controlling-Logiken anschließt. Messbarkeit wird damit zum Schlüssel für Akzeptanz im Management.
Die Umfrage zeigt zudem, dass rund die Hälfte der befragten Krankenhäuser bereits eine doppelte Wesentlichkeitsanalyse durchgeführt hat. Damit verschiebt sich Nachhaltigkeit vom Projektstatus hin zu einem strategischen Steuerungsinstrument. Zuständigkeiten werden definiert, Prozesse aufgebaut und Datengrundlagen geschaffen – typische Schritte für ein junges Managementthema.
Zwischen regulatorischer Unsicherheit, wirtschaftlichem Druck und strategischem Anspruch fehlt vielen Häusern noch ein konsistentes Handlungsprogramm. Die Experten der DKTIG betonen, dass Nachhaltigkeit künftig nicht als Zusatzaufgabe, sondern als integraler Bestandteil der Unternehmenssteuerung und Finanzierung verstanden werden muss.






