Kein Kompromiss beim Klinik-Atlas – Transparency International warnt vor Interessenkonflikten
Unabhängigkeit des Klinik-Atlas wird infrage gestellt
Die AG Medizin und Gesundheit von Transparency International Deutschland e.V. äußert deutliche Kritik an den geplanten Änderungen beim Klinik-Atlas. Demnach sollen die Verantwortlichkeiten künftig vom Bundesgesundheitsministerium auf den Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) übergehen.
Der Klinik-Atlas dient Patient:innen als Orientierungshilfe, um informierte Entscheidungen darüber zu treffen, in welcher Klinik ihre Erkrankung am besten behandelt werden kann. Transparency International Deutschland warnt jedoch, dass der G-BA nicht unabhängig agieren kann, da er von einflussreichen Interessenverbänden getragen wird, darunter die Kassenärztliche Bundesvereinigung, die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung, die Deutsche Krankenhausgesellschaft sowie der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen.
„Alle diese Organisationen verfolgen eigene Interessen. Eine neutrale Gestaltung des Klinik-Atlas ist unter diesen Bedingungen nicht gewährleistet“, erklärt Transparency International Deutschland. Die Organisation fordert daher, dass der Klinik-Atlas entweder beim Bundesgesundheitsministerium verbleibt oder an eine unabhängige Institution ohne Interessenkonflikte übergeben wird.
Transparency International Deutschland sieht in der Übertragung auf den G-BA eine mögliche Gefährdung der Verlässlichkeit und Transparenz des Instruments, das für Patient:innen eine entscheidende Informationsquelle darstellt. Nur eine unabhängige Institution könne gewährleisten, dass die Daten objektiv aufbereitet und frei von Interesseneinflüssen dargestellt werden.






