DGINA-Umfrage: 61 Prozent der Notaufnahmen melden Exit Block

Verfügbare Betten liegen 12 Prozent unter 2019 – umfassende Notfallversorger melden besonders häufig Überlastung und weitere Zuweisungen trotz Kapazitätsgrenze

Die Überlastung deutscher Notaufnahmen hängt nach einer aktuellen DGINA-Blitzumfrage eng mit fehlenden stationären Kapazitäten und Personalengpässen zusammen. 60,6 Prozent der teilnehmenden Notaufnahmen meldeten einen Exit Block, 45 Prozent Overcrowding. Gleichzeitig lagen die tatsächlich verfügbaren Betten bei den vollständig ausgewerteten Häusern 12,4 Prozent unter dem Niveau von 2019.

An der Erhebung vom 2. Juni 2026 beteiligten sich 271 Notaufnahmen aus allen 16 Bundesländern. Zusammen berichteten sie für 2025 rund 8,5 Millionen Notfallpatientenkontakte. Fast die Hälfte der Befragten gab zudem an, dass Overcrowding beziehungsweise Exit Block innerhalb der vergangenen zwölf Monate zugenommen habe.

Bettenmangel blockiert Patientenfluss

Häufigster Zusammenhang mit einem Exit Block war mit 60,9 Prozent die verzögerte Verlegung auf Normalstation aufgrund von Bettenmangel. Es folgten verzögerte Rücktransporte in Langzeitpflege oder häusliche Versorgung mit 46,1 Prozent sowie diagnostische Verzögerungen mit 45,4 Prozent. Die DGINA sieht darin ein Problem der gesamten Versorgungskette und nicht allein der Prozesse innerhalb der Notaufnahme.

Besonders angespannt war die Situation bei umfassenden Notfallversorgern: 61,9 Prozent meldeten Overcrowding und 77,4 Prozent einen Exit Block. Von den Häusern dieser Versorgungsstufe, die eine Kapazitätserschöpfung angezeigt hatten, erhielten 86,7 Prozent dennoch weitere Zuweisungen.

Hinzu kommen Personalengpässe. Insgesamt berichteten 63,1 Prozent über unbesetzte ärztliche und/oder pflegerische Stellen und 65,7 Prozent über akute Krankheitsausfälle.

Die DGINA wertet die Ergebnisse als Hinweis auf eine flächige und systemische Belastung. Aufgrund der Stichprobenstruktur – Basisnotfallversorger waren unter-, höhere Versorgungsstufen überrepräsentiert – lassen sich die Prozentwerte allerdings nicht unmittelbar auf sämtliche deutschen Notaufnahmen übertragen.