Deutsche Krebshilfe investiert weitere 35,4 Millionen Euro in Onkologische Spitzenzentren
Drei neue universitäre Standorte erweitern das CCC-Netzwerk – 14 Spitzenzentren an 29 Universitätsstandorten profitieren von der Förderung
Die Deutsche Krebshilfe baut ihr Netzwerk der Onkologischen Spitzenzentren (Comprehensive Cancer Center, CCC) weiter aus. Für die kommenden vier Jahre stellt die Organisation insgesamt 35,4 Millionen Euro zur Weiterförderung mehrerer CCCs und CCC-Verbünde bereit. Neu in das Förderprogramm aufgenommen werden die Universitätskliniken Kiel, Lübeck und Mannheim als Teile bestehender CCC-Verbünde. Ziel ist es, Spitzenmedizin, Forschung und innovative Behandlungskonzepte stärker mit der regionalen und wohnortnahen Krebsversorgung zu verknüpfen.
Die Deutsche Krebshilfe setzt ihre Förderung der Onkologischen Spitzenzentren konsequent fort. Nach Empfehlung einer internationalen Gutachterkommission werden mehrere CCCs und CCC-Verbünde für weitere vier Jahre unterstützt. Insgesamt fließen dafür 35,4 Millionen Euro.
Gefördert werden die Verbünde Aachen/Bonn/Köln/Düsseldorf (CIO ABCD), Dresden (UCC/NCT Dresden), Hamburg/Kiel/Lübeck (CCC Nord), Heidelberg/Mannheim (CCC-Konsortium Heidelberg-Mannheim), Leipzig/Jena (Mitteldeutsches Krebszentrum), München (CCC MünchenLMU/TUM) sowie Würzburg/Erlangen/Regensburg/Augsburg (CCC Allianz WERA).
Mit der Aufnahme von Kiel, Lübeck und Mannheim wird das Netzwerk der Spitzenmedizin zugleich um weitere universitäre Standorte ergänzt. Nach Angaben der Deutschen Krebshilfe profitieren bundesweit rund 250.000 Krebspatientinnen und Krebspatienten jährlich von dem hohen Versorgungsniveau der CCCs.
Spitzenmedizin, Forschung und Versorgung stärker vernetzen
Die Comprehensive Cancer Center sollen nicht nur eine besonders qualifizierte Versorgung von Krebspatientinnen und -patienten gewährleisten. Sie verbinden zugleich klinische Versorgung, Forschung und Innovation. Interdisziplinäre Teams behandeln Erkrankungen leitliniengerecht und auf Grundlage aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse. Gleichzeitig sollen aus der Forschung neue Ansätze für Diagnostik und Therapie entstehen und Patientinnen und Patienten Zugang zu innovativen Behandlungsmöglichkeiten erhalten.
Für die Deutsche Krebshilfe reicht es jedoch nicht aus, moderne Krebsmedizin ausschließlich an den Spitzenzentren anzubieten. Das Wissen der CCCs soll vielmehr in die gesamte Versorgungslandschaft übertragen werden.
„Moderne Krebsmedizin nach dem aktuellen Stand von Wissenschaft und Medizin darf jedoch nicht nur durch die CCCs sichergestellt werden“, erklärt Gerd Nettekoven, Vorstand der Deutschen Krebshilfe. Ziel sei es, dass alle Krebserkrankten in Deutschland von der Expertise der Spitzenzentren profitieren können – unabhängig davon, an welchem Ort sie behandelt werden.
Eine wichtige Rolle spielen dabei Programme wie ONCOnnect sowie Modelle für eine stärker dezentral ausgerichtete onkologische Versorgung. Regionale Krankenhäuser und niedergelassene Ärztinnen und Ärzte sollen enger an die CCCs angebunden werden. Auf diese Weise sollen neue medizinische und wissenschaftliche Erkenntnisse schneller in die wohnortnahe Versorgung gelangen.
CCCs als Innovationszentren der Krebsmedizin
Die Deutsche Krebshilfe versteht die CCCs zugleich als Innovationsschmieden für die Weiterentwicklung der onkologischen Versorgung. Die Vernetzung der Zentren soll deshalb auch über die unmittelbare Patientenversorgung hinaus genutzt werden.
Ein Beispiel ist das Train-the-Trainer-Programm TrainKommOnko. Dabei werden onkologisch tätige Ärztinnen und Ärzte sowie weitere Gesundheitsfachkräfte zu Kommunikationstrainern ausgebildet. Sie sollen ihr Wissen anschließend als Multiplikatoren an Kolleginnen und Kollegen weitergeben und damit eine professionelle und patientenorientierte Kommunikation in den Einrichtungen stärken.
Ein weiteres Vorhaben ist der Second Opinion Oncology Service (S.O.O.S.). Die CCCs entwickeln mit finanzieller Unterstützung der Deutschen Krebshilfe ein bundesweites strukturiertes Angebot für ärztliche Zweitmeinungen in der Onkologie. Patientinnen und Patienten sollen damit künftig die Möglichkeit erhalten, sich bei einer Krebsdiagnose und anstehenden Therapieentscheidungen zusätzlich durch Experten der CCCs beraten zu lassen.
14 Spitzenzentren an 29 universitären Standorten
Das Förderprogramm der Deutschen Krebshilfe besteht seit 2007. Ziel ist eine flächendeckende Versorgung von Krebspatientinnen und -patienten auf höchstem medizinischem Niveau und nach dem aktuellen Stand der Onkologie. Als Vorbild dienten die Comprehensive Cancer Center in den USA.
Eine internationale Gutachterkommission überprüft regelmäßig, ob die Zentren die Anforderungen erfüllen. Dazu gehören unter anderem die Weiterentwicklung von Versorgungsstrukturen und -abläufen, die Kooperation mit umliegenden Krankenhäusern und niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten sowie eine intensive onkologische Forschung.
Aktuell fördert die Deutsche Krebshilfe 14 Onkologische Spitzenzentren beziehungsweise CCC-Konsortien an 29 universitären Standorten. Dazu gehören Berlin, Dresden, Freiburg, Mainz, Aachen/Bonn/Köln/Düsseldorf, Essen/Münster, Frankfurt/Marburg, Göttingen/Hannover, Hamburg/Kiel/Lübeck, Heidelberg/Mannheim, Leipzig/Jena, München, Tübingen-Stuttgart/Ulm sowie Würzburg/Erlangen/Regensburg/Augsburg.
Seit dem Start des Programms im Jahr 2007 hat die Deutsche Krebshilfe nach eigenen Angaben rund 250 Millionen Euro aus Spendengeldern für die Förderung der Onkologischen Spitzenzentren bereitgestellt. Die Förderung erfolgt jeweils für vier Jahre. Danach müssen sich die Zentren erneut bewerben und einer umfassenden Begutachtung durch ein internationales Expertenpanel stellen.
Die aktuelle Förderentscheidung unterstreicht damit nicht nur die Bedeutung der universitären Spitzenmedizin, sondern auch den Anspruch, deren Erkenntnisse systematisch in die regionale Krebsversorgung zu übertragen. Die CCCs sollen damit als Knotenpunkte eines bundesweiten onkologischen Versorgungsnetzwerks wirken.




