BKK schlägt „NachhaltigkeitsRadar“ für Kliniken vor

Bundesweites Instrument soll nachhaltige Transformation messbar machen und Investitionen gezielter steuern

Der BKK Dachverband hat die Einführung eines bundesweiten „NachhaltigkeitsRadars“ für Krankenhäuser vorgeschlagen. Ziel ist es, die nachhaltige Transformation im Kliniksektor systematisch zu erfassen und vergleichbar zu machen. Wie aus einem aktuellen Konzeptpapier hervorgeht, soll das Instrument Kliniken Orientierung bieten und zugleich eine belastbare Datengrundlage für Politik, Träger und Forschung schaffen.

Hintergrund ist die bislang fehlende einheitliche Datengrundlage zur Bewertung nachhaltiger Strukturen im Krankenhausbereich. Der Sektor zählt zu den energie- und ressourcenintensivsten Bereichen des öffentlichen Systems. Ohne standardisierte Erhebung und Vergleichbarkeit bleibt die Transformation nach Einschätzung des Verbandes fragmentiert und schwer steuerbar.

Das geplante „NachhaltigkeitsRadar“ orientiert sich konzeptionell am bestehenden Digitalisierungsinstrument „DigitalRadar“. Es soll als Reifegradmodell aufgebaut werden und verschiedene Handlungsfelder abbilden, darunter Energieverbrauch, Mobilität, Abfallmanagement, organisatorische Prozesse sowie digitale Lösungen zur Unterstützung nachhaltiger Strukturen. Damit könnten Krankenhäuser ihren eigenen Entwicklungsstand bewerten und gezielte Maßnahmen ableiten.

„Dem deutschen Gesundheits- und Krankenhauswesen fehlt bislang ein verlässlicher Kompass für Klimaschutz und Klimaanpassung“, erklärte Anne-Kathrin Klemm, Vorständin des BKK Dachverbandes. Eine standardisierte Datenerhebung mache sichtbar, „wo wir stehen, wo wir hin müssen – und wie Fördermittel endlich dort ankommen, wo sie den größten Effekt haben“.

Für das Krankenhausmanagement könnte ein solches Instrument künftig eine wichtige Rolle bei Investitionsentscheidungen und strategischer Steuerung spielen. Gerade im Kontext steigender Energiepreise, wachsender regulatorischer Anforderungen und der politischen Zielsetzung zur Klimaneutralität gewinnt die nachhaltige Ausrichtung von Kliniken zunehmend an Bedeutung. Ein bundesweiter Vergleich würde zudem Transparenz schaffen und den Wettbewerb um effiziente und ressourcenschonende Strukturen verstärken.

Der Verband plant, das Konzept gemeinsam mit Akteuren aus Politik, Wissenschaft, Krankenhäusern und Selbstverwaltung weiterzuentwickeln. Ziel ist es, praxisnahe Umsetzungsschritte zu definieren und das Instrument perspektivisch im Versorgungssystem zu etablieren.

Für die Krankenhauslandschaft verdeutlicht der Vorstoß den wachsenden Stellenwert von Nachhaltigkeit als strategischem Steuerungsfeld. Neben Qualität und Wirtschaftlichkeit rückt damit ein weiterer zentraler Faktor in den Fokus der langfristigen Versorgungsplanung.

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