PPP-RL und internationale Fachkräfte: Politik diskutiert Reformbedarf in der Psychosomatik

Schön Klinik Bad Arolsen fordert realistische Personalvorgaben und schnellere Anerkennungsverfahren

Beim traditionellen Austausch im Rahmen der Eröffnung des Arolser Kram- und Viehmarktes diskutierten hochrangige politische Vertreter mit der Schön Klinik Bad Arolsen über zentrale strukturelle Herausforderungen in der psychosomatischen Versorgung. Klinikgeschäftsführer Daniel Roschanski empfing dazu den Bundestagsabgeordneten Jan-Wilhelm Pohlmann, den Hessischen Kultusminister Armin Schwarz sowie erstmals Regierungspräsident Mark Weinmeister (alle CDU).

Im Fokus standen zwei Themen mit dringendem Handlungsbedarf: die Richtlinie zur Personalausstattung in Psychiatrie und Psychosomatik (PPP-RL) und die Anerkennungsverfahren für internationale Ärztinnen und Ärzte.

Roschanski begrüßte die Ankündigung des Gesetzgebers, die Personalvorgaben der PPP-RL für die Psychosomatik grundlegend zu überarbeiten und nicht länger 1:1 die Regelungen aus der Psychiatrie zu übernehmen. Die Anpassung solle künftig auf wissenschaftlichen Erkenntnissen aus dem Fachgebiet basieren. „Das ist ein ganz wichtiger Schritt, um die psychosomatische Versorgung langfristig zu sichern“, so Roschanski.

Deutlich kritischer bewertete der Klinikchef die Lage bei der Zulassung ausländischer Medizinerinnen und Mediziner. „Der Prozess zur Erlangung einer Berufserlaubnis dauert weiterhin viel zu lange“, sagte Roschanski und verwies darauf, dass sich seit den Gesprächen zu Jahresbeginn keine Verbesserung eingestellt habe.

Die anwesenden Politiker stimmten darin überein, dass sowohl Personalvorgaben als auch bürokratische Verfahren nicht zulasten der Patientenversorgung gehen dürften. Pohlmann betonte, dass die Versorgungssicherheit psychosomatisch erkrankter Menschen Priorität haben müsse: „Nur durch kontinuierlichen Austausch und gemeinsames Handeln – auch auf Bundesebene – können wir Verbesserungen erreichen.“